472 I-B-28.C. Von dem Alter der Waldensev
oder Bosheit verräth; sintemalen dieser Claudius zu der Zeitscholl einer von des Kaisers vertrautesten Rathen gewesen, undauf dessen Befehl selber wider den Bilderdienst und die übrigenMisbräuche der Römischen Kirche geschrieben): so dienet solchesdoch allemal zu einem desto stärckern Beweis voll der Wahrheitunsers Satzes, daß nemlich die Misbräuche und Jrthümer, sosich im 8ten Jahrhundert eingeschlichen, (als um welche Zeü be.sagler Claudius angefangen sich bekandt zu machen) und beson-ders die Verehrung des Kreutzes ver Heiligen und dw Bilder,die seinem Vorgeben nach schon vorher von vielen, die er dochnicht nennen will, so sehr bestricken worden, einen noch ungleichgrösser» Widerstand mit dem Anfange des yten Jahrhundertsgefunden; da eben dieser Claudius vorn Kaiser Ludovico znder Würde eines Ertzbijchofs von Turm erhoben worden, unddaß dessen Lehre durch das gantze Jahrhundert ungehindert fort-gedauret. Und damit ja nicht jemand auf die Gedancken gera-then möge, daß diese Lehre mitten unter den graulichen Finsternis-sen, so im loten Jahrhundert beinahe die gantze Chr istenheit über-zogen, ebenfals ihre Verfinsterung mit gelitten habe: so setzt erjn den bald darauf folgenden Zeilen ausdrücklich hinzu, cüe nelX. 8oco!o non lr lcoprirrltro, sie Habesich in dem zehnten Jahr-hundert im mindesten nicht geändert, sondern sey beständig einer-ley Form und Gestalt gewesen. Was fliest also aus dieser Aus-ftrge nun wohl für eine Folge, als eben diese, daß der Wider-spruch , den die treueren Satzungen der Römischen Kirche in dem8ten Jahundert schon gefunden, in den beiden darauffolgendenebenfals noch fortgedauert: und daß man die Lehre Claudii da-mals schon für sehr alt gehalten haben müsse, da so ein grosserGelehrter selber bekennen muß, daß sie zu dieser Zeit keine neueSeete gewesen, ccke non ist nuovg I'etta. Ist sie nun aber we-der an sich selbst, noch in unftrn Thälern, seinem eigenen Geständ-nis nach, schon im 8- und 9 ten Jahrhundert nicht mehr neu ge-wesen: so zeige er uns doch nun eine nähere Quelle ihres Ursprungs
.. — ülv