46F I. B. 28. C. Von dein Alter der Müldenser
Schnüedung der allergefährlichsteu Anschlage und Mittel zu Beför-derung ihres sachlichen Untergangs, zu der Zeit wohl wenig sei-nes gleichen gehabt. Nachdem er sich über dieser Beschäftigungmüde und alt gearbeitet, bricht er endlich in seinem Buche, klar-rrmoiw clell' introäuttiono clello lierelie nelle Vglli, so NNtGe-nemhaltung und Privilegio zu Turin im Jahri6Z2. in Druck ge-kommen, in die Murrn Klage aus; daß die Ketzerey (er redetvon der Lehre des Ertzbischofs Clauvtt von Lnrin, welchemwir oben weitlauftig gehandelt», und die er nach seinen Grund-Sä-tzen freylich ketzerisch nennen muß) aus dem achten Jahr-hundert auch bis in das neunte und zehnte durchgerun-gen: welches eben der Mittel-Raum derjenigen Zeit ist, so zwi-schen den Tagen dieses Claudii von Turin und Petri MMvonLion verflossen, dessen Jünger zum Theil in eben diese Thaler ge-flüchtet, und die Anzahl der dasigen Kirchen und Gläubigen vcr-starckcn helssen.
Wenn man nun dasjenige bedeuckt, was wir oben sogarsorgfältig ausgeführt und bewiesen haben, daß nemlich die reineund lautere Lehre JEsu und seiner Apostel bis in das 8te Jahr-hundert und zu denZeiten Karls desGrossen und dieses Clau-dii in den Thälern unverfälscht geblieben, und daß so bald manim besagtem 8ten Jahrhundert angefangen, die Verehrung derBilder, Anruffung der Heiligen, Walfahrten, Ablas und der-gleichen einzuführen, bemeldter Claudius auch angefangen, sichmit andern treuen Lehrern mehr so heftig darwiver zu setzen, daßer sein gantzes Kirchspiel sauber und rein davor behalten: undnimt hernach das Zeugnis dieses Grospriors dazu, wenn er be-kennen muß, daß obgleich diese vermeinte Ketzerey in den folgen-den 9. und loten Jahrhunderten hin und wieder ziemlich erstickt,sie sich doch in den Thälern beständig erhalten, wie sie denn auchim uten Jahrhundert daselbst sich dergestalt ausgebreitet, daß sienoch bis auf den heutigen Tag bestehet: so kau man es wohl ohn-