424 l. B. 25. C. Von Petro Walds von Lion,
dieser schweren Reise bringen sie insgemem drey gantzer Tage zu,und der gantze Verdienst bchehet vielmal nicht in einem viertel oderhalben französischen Thaler. Es liegen zwar einige Oerter etwasniedriger und in etwas warmem und fruchtbarern Gegenden, dochsind sie auch sehr bergicht, rauh, und nicht nur beschwerlich, sondernauch gefährlich zu bearbeiten, so daß man auch daselbst eine MengeDörfer findet, wo sich die Inwohner keiner Pferde, Maulesel oderandern Zugviehes bedienen können: sondern wo sie selberdiese Dien-ste thun und ihre Rücken statt der Wagen brauchen müssen, um ^das wenige Herr, Getreide, Holtz, Wein, Mist, und was sie sonsten ^zu verführen haben, drauf zu laden; und solches müssen sie nichtuur zu Meilen Weges, sondern vielmal zu gantzen Tagereisen alsotreiben. Ich nehme etliche wenige Familien hievon aus, die in ^den kleiner! Thalern von St. Jean und la Tour wohnen, welch >eine etwas mehrere Bequemlichkeit, die sie daselbst gemessen, theuer 'genug bezahlen müssen, und eben dieser Vortheile wegen mit fast un- ,erschwinglichen Steuern und Gaben beleget werden.
Es ist aber der mühsame Fleis dieser ehrlichen armen Leutenoch weiter gegangen. Sie Haber, so gar in vielen Gegenden,wo nichts als Stein und Felsen und fast gar kein Boden anzutref-fen gewesen, Weinberge anzulegen und in Stand zu bringen nichtermangelt; dieses aber zu bewerckstclligen, haben sie zwischen denFelsen und wo die Berge am meisten abhängig gewesen, kleine Mütt-erchen stuffenweise gebanet, und solche mit Erde, die sie anderwertshaben holen müssen, ausgeschüttet und sodenn die Ableger vonWeinstdcken hinein gelegt. Diese müssen sie hernach mit unbe-schreiblicher Mühe und Arbeit pflegen; denn da die vielen Regendiese Mäucrchen von Zeit zu Zeit wieder einreissen, oder den Erd-boden verschwemmen: so sind sie unaufhörlich genöthigt, sowolanjenen zu arbeiten, als auch um diesen zu erhalten, immer wieder neueErde aus der Tiefe herauf zuholen, und solche in Tragekörbcrrbisauf die höchster, Gipfel der Berge zu tragen, weil sonst irr wenigJahren, da wo sie ihre Weinberge haben, wieder nichts als