ZZ6 .1B. 19- C. Widerlegung derer, so die Maldenser
tigen, die Zeugnisse eurer eigenen Mönche, ja selbst ihrerärgsten Feinde anzuführen, die alle insgesamt bestätigenwerden, daß es fromme und untadelhafce Leute gewesen.Indessen trage ich ein hertzliches Mitleiden mit EuerDurchlauchtigkeit, da ich sehen muß, daß dieselben mitdem blinden Haussen der Unwissenden dafür halten, daßdie Maldenser Manichaer gewesen. Haben sie denn wiedie Manichaer vorgegeben, daß der Wein ein Drachen-Gift sey, und darum den Gebrauch des Kelchs beydemheiligen Abendmahl verworssen? Das sey ferne: Viel-mehr haben sie zu allen Zeiten dieses heilige Sacrament,nach der Einsetzung Christi, unter beiderlei) Gestalten,nnd auch noch bis diese Stunde beibehalten. Aber ich willihnen wohl die rechte und schöne besuche sagen. Es ge-schieht darum, weil Pabst Bonifacius vm. in seinerBulle /mÄE feste gesetzt, daß der Pabst der ei-nige Ursprungsey, davon alle andere Dinge abhängenmüssen, weil geschrieben stehe, daß GOtt im Anfange, nichtm den Anfangen , Himmel lind Erden erschaffen: und daßdiejenigen, so da eine Vergleichung zwischen der KaiserlichenundPabftlichenHoheit anstellen wollen,so gut alsKetzer undManichaer waren; als die da auch zweierley Ursprung, ei-nen guten und einer: böferr glaubet:. Weil nun die Malden-ser , Albigenser, und alle die es mit ihnen gehalten, diese un-urnschranckte Pabftische Gewalt, und dieses eintzige ur-sprüngliche Wesen aller Dinge nicht erkennen wollen: sohaben sie ebenfals dieser: saubern Titul davor: getragen.Sehen Sie, gnädiger Herr, die wahre Quelle Weser Mi-schen Schmach, womit man die treuen Knechte des leben-bendigen GOttes zu belegen keinen Vcheu getragen.
Man darf sich über diese Sprache des Herrn Drelincourtv
um desto weniger wundern, da schon langc vor ihm IoachiMUS
Carnerarius, vonPabeberg, in seinen Nachrichten von den Kir-
cheir