Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
Seite
65
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aus dem edler: Unterricht von: Jahr nao. 6z

da sie sich zu der Verehrung der Bilder und anderm abergläubi-schen Wesen, so damals in die Kirche eingeführet wurde, durch-aus nicht verstehen noch bekennen wollen. Jedoch, es ist billig,daß wir sie zuförderst selber reden hören. Sie selber wissen ambesten was sie glauben; so können sie auch selbst am besten Redund Antwort davon geben: wir aber sind eben dahers auch ver-bunden, vor allen andern ihnen selbst disfals glauben beyzumes-sen. Ich habe deswegen in diesem Wercke viele schöne Schrif-ten von ihrer alten Lehre gesammlet, und solche mit aller Treueund Sorgfalt aus den ersten Aufsätzen, deren wir in dem vorher-gehenden Capitel gedacht, und welche in den berühmten Bücher-Sammlungen zu Cambridge und Geneve verwahret werden, ge-zogen. Ich zweifle daher auch keineswegs, es werde solchesmeinen Lesern um desto angenehmer seyn, je seltner diese Schriftenzu haben sind; sintemalen ihre Feinde weder List, noch Fleiß,noch Geld geschonet, um ihr Andrucken von der Welt auszurot-ten. Und hierinnen ist man nicht nur bey öffentlichen Verfolgun-gen, sondern auch zu der Zeit beschäftiget gewesen, wann äusser-lich alles richtig geschienen. Ja, es hat Mich selbst betroffen, daß,als ich seit Anno 1640. mir alle mögliche Mühe gegeben, die Al-terthümer der Waldenser hin und wieder aufzusuchen und zu sannn-len, mir solche alle insgesamt von denen im Jahr 1655. in meinVaterland ausgesandten Mördern entwendet, und wie sie mir nach-gehends selber gestanden, nnt meinem übrigen Bücher-Vorrathnach Turin und Saluzzo geführet worden, ohne daß mir einBlätgen davon übrig geblieben. Man kan leicht erachten, daßes mir unglaubliche Mühe kosten müssen, diese Ucberbleibsel inden benachbarten Thalern von neuem wieder auszusuchen, welcheunter dem Frantzdsisthen Zepter gestanden, und mithin dem ver-zehrenden Feuer des Römischen Stuhles nicht so gar sehr sindausgesetzt gewesen. Ich habe die wichtigsten davon, ohne eineeintzige Sylbe zu verletzen, in ihrer eigenen Sprache beybehaltenund hergesetzt, theils dem neugierigen Leser desto mehr Vergnügen

Waldensis.Gesch.l.TH. I zu