Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
Seite
53
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I

des Namens Maldeiifer. S)

Freyheit haben, gerades weges zu dem andern überzugehen, inwelchem sie alles, und vielleicht noch mehr, als was sie gesucht,finden werden: so habe ich nur zuförderst vorgenommen,^ nach-dem ich den Namen und Ursprung der Waldenser zur Gnüge er-läutert, mmmehro noch zu zeigen, wie ihre Lehre und Lebens-Art beschaffen gewesen , und dieses zwar i) aus ihren eigenenZeugnissen, als welches nicht mehr als billig; 2) aus den Schrif-ten derer Protestanten; und endlich z) aus glaubwürdigen Nach-richten ihrer eigenen Widersacher. Und dieses wird unter gött-lichem Beystande in diesem ersten Buche dergestalt geschehen, daßder Leser daraus zugleich die unaussprechliche Barmhertzigkeit,und bewundernswürdige Vorsorge des Allerhöchsten wird erken-nen müssen, welcher das Licht seines Wortes so viele Jahrhun-derte hindurch, und da Irrthum und Bosheit beynahe aller Or-ten überhand gmommen, in diesen Thalern im schönsten Glantzhat zu erhalten gewust, und niemals zugegeben, daß der Fürstder Finsterniß dasselbe durch alle seine Gewalt und ausgeschickteböse Geister iemals ganhlich ausgelöschet hat: sondern vielmehrgeschaht, daß dieser wider seinen Willen sehen Missen, daß diesearmen Leute, so sich in diesem Lichte gefreuet, auch ihr Licht durcheinen heiligen Wandel dergestalt vor den Leuten leuchten lassen,daß sie ihre gute Wercke gesehen, und auch ihre ärgsten FeindeKrlches selber haben bezeugen müssen.

Laßt uns demnach zum ersten sehen, wie denn eigentlichdiejenige Lehre beschaffen gewesen, worüber sich Rom so sehr er-schüttert, daß es so viele Juguisitiones darwider angestellet, Mitso vielem Blitz und heftigen Strahlen des Bannes auf deren Be-kenner losgeschossen, ja so viele Potentaten wider sie erreget, und viele Räder, Galgen und Scheiterhaufen aufgerichtet, umwenn es möglich gewesen wäre, sie und ihren Namen gantzlichvon der Erden zu vertilgen und auszurotten. Eine Lehre, wel-che unter allen andern sich einig rmd allein mit Wahrheit rühmenkan, daß sie in einer Zeit von noch nicht gar zwey hundert Jah-

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