44 IB. 2.§ap. Von dem eigentlichen Ursprünge
weil nichts gewöhnlicher ist, als die Benennung der Vdlcker nachden Landern, darinnen sie wohnen. Da nun aber dieses nichtnur vorr gantzen Landern zu verstehen, wie also die Italianer,Deutschen, u. s. f. von Italien, Deutschland, u. s. w. also has-sen, sonder n auck von kleinern Districten und Provintzen, als z.E.von Piemont, Dauphine, Normandie, und dergleichen, die Leuteihren Namen haben; warum sollen denn auch nicht unsere Thal-Leute von ihren Thalern also hassen mögen, da sie doch Thua-UUS und andere nicht nur überhaupt von ihren Bergen dieBerg-Etnwohner (iVlontaZngrös) nemret, sondern sie auch mit denbesondern Namen der AlpM-Einwohner, ^.lprnos, und Ein-wohner sowol dis- als jenseits und der Alpen selbst, beleget hat?Olälpinos, 'I^ranlaIpino8, Inalxinos.
§. XXII.
wsher es Woher es nachgeherws gekommen sey, daß unter dem Na-n«ckqchende Maldenser die Lehre, oder wie die von der Römischen
Lieft Benen- Kirche reden, die Secte, zu welcher sich diese Leute bekennen,nung eine be- verstanden worden, ist nicht eben so gar schwer zu errathen; da^be?e^e?E zumalen es gar sehr gewöhnlich, und aus unzähligen Beyspielenha,, erweislich ist, daß, wenn man die Inwohner eines Landes nen-net, man zugleich den Glauben meynet, den sie haben. Redetman von Turcken, so versteht man auch zugleich Anhänger desMahomets: redet man von den Inwohnern von Chma undIaponien, so ist es auch bekant, daß sie Heiden sind : Undwenn man von einem Italiäner höret, so ist kein Zweifel, daßsich dieser zu dem Glaubet; der Römischen Kirche bekennet.. ,. . Also auch im Gegentheil ist es in Italien, Spanien, und andern^' Catholisthen Landern einerley, ob man einen Schweißer vonGe-' neve , oder einen Ketzer, Calvinisten , oder Protestanten nen-net : nachdem es dem Allerhöchsten gefallen, dis Zion zu seinerWohnung zu erwählen, und daselbst den güldnen Leuchter aufzu-stecken , an welchem nachgehends so viele andere Kirchen ihre Lam-pen