42 I. B. 2. Cap. Von dem eigentlichen Ursprünge
nen Schriften kürtzlich angezogen worden, in welchen sie sowolvor des einen als des andern Waldi Zeiten Waldenser heissen,folgende Anmerckung füget, und mit Aufmerckstunkeit überleget:woher man diesen Waldensern, davon wir in diesem Werckehan-deln wollen, auch schon vor Alters diese, als die ursprüngliche,natürlichste und geschickteste Benennung gegeben habe, daß mansie Thal-Leute, oder die Inwohner der Thaler gmennet.
§. XX.
Rommt hcr In der besondern Waldensrschen Sprache, der sich diese 1wotteVau" Eeute von Alters her bedienet haben, und auch noch bedienen, s ,,ode?vo/der heissen diejenigen Oerter, so wir Frantzosen Vallees, Thaler nen- ^Lateinischen nen, Vaur : und diese Benennung ist nicht nur bey diesen Thal- ^scheinen- Inwohnern zu allen Zeiten gebräuchlich gewesen, sondern man ^nung ver findet auch noch Zeugnisse genug in den Schriften der aller älte- ^
Thäler. Frantzosen, daß sie die Thaler, oder diejenige» Gegenden , so ,
zwischen den Bergen gelegen, mit eben diesem Namen beleget ha-be, wie davon vor vielen andern die Schriften des Marot undBeza, so man zu ihrer Zeit vor sonderbare Muster der Bered-samkeit gehalten, zeugen tönen. Als nachgehends mit der Zeitsich auch die Sprachen geändert, und man vieles aus der Lateini-schen oder Italiänischen Sprache entlehnete, so ist auch nach undnach aus dem alten Worte Daup das neue Dalli , oder nochkürtzer Val mit dem gewöhnlichen Beysatze di entstanden; alswelcher Zusatz bey ihnen eigentlich gebrauchtwird, den Unterschiedzwischen eurem Val oder Thal, von dem andern damit anzudeu-ten , daher- es denn heißt: Val di Sän Martin, Val di Pei-rorrse, Val di Lucerne, und so weiter.
Wie nun dergestalt bey denen Alten die Thaler Vaup ge-nennet wurden, so heissen auch die Inwohner derselben bey ihnen> D lUdois: diejenigen aber, welche nachgehends die Lateinische
oder- Italiänische Altssprache, und nach derselben das Wort Val °sich bessergesallen liessen, nenneten diese Leute daher auch ValOesi,
oder ^