20 l-B. i.Cap. Von der Lage, Grösse, Fruchtbarkeit,
§. XIX.
Wie aber nun hin und wieder dergleichen grosse Hölen undLöcher in diesen Thalern gefunden werden, in welche diese armenLeute zur Zeit der Verfolgungen, sonderlich ihre Weiber und Kin-der, wie die Taube in dem Hohenlieds in den Felsen und Stein-Ritzen versteckt, und die Prediger sie denn daselbst besucht undgetröstet, auch wohl geprediget, und die heiligen Sacramente-ausgespendet, wie sie dergleichen vielmal in den dicksten Büschenund verborgensten Winckeln haben thun müssen: So haben chreFeinde daher Gelegenheit genommen, sie zu beschuldigen, daß siedaselbst die schändlichste Unzucht unter einander begiengen, wel-ches wir hier so im Vorbeygehen anmercken wollen.
In der Gemeine Villar haben die Oerrer des ThalsGuichard und la Combo, in der VON Bobi fast alle Oerter,insonderheit die sogenannten Kohl-Gruben, Julian, Ville,Neuve, und die Hügel von Sarrena, le Poy, Pontet, undandere mehr, in dem Perouser-Thal aber der grosse Dtblon,Taluc, Balmats, Costabella und Pevi, eben dergleichenvortheilhaftige Hölen gehabt.
§. XX.
In der Gemeine S. Martin sind fast alle Thaler, so ge-gen die Brücke von Rabious hinauf liegen, mit dergleichenSchlupfwinckeln versehen; absonderlich die Gegend von Macel,Sasse, Rodoret undPrals, alwo man auch heut zu Tagenoch die Ueberbleibsel von dergleichen Alterthümer n findet, wie auch.zu Duchira und in dem Thal von Faet. Dieses hat der Hosizu Turin zu allen Zeiten wohl gewußt, uud daher auch HerßogEmanuel Philibert durch eben dasselbe Ed'.ct, durch welcheser ihnen, nach den blutigen Verfolgungen von Anno 1660. uud1661. die Freyheit durch gantz Piemont zu wohnen erlaubt, ie-doch ohne öffeirtliche Uebung des Gottesdienstes, solche dennochin den obgedachten Örtern, ja sogar in der gantzen Gegend von