Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
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4 l. B. i. Cap. Von der Lage, Grösse, Fruchtbarkeit,

thagmienser, auf eine gantz besondere Art einen Weg durch des-selben ungeheure und unersteigliche Felsen machen lassen, alsodaß man selbige erstlich mit Eßig erweichte, und hernach mit ei-sernen Werkzeugen aushieb, dergestalt, daß er mit seiner gan-tzen grossen Armee ungehindert hinüber paßiren können; undKönig Franciscus I habe ihn gar durchgraben lassen, und sichdadurch einen Weg nach Italien gebahnt. Ob nun zwar dieFrantzosen durch Oefnung der kalkte über den Berg Genevreeinen viel kürtzern und bequemern Weg, nach Italien zu gelan-gen, eindecket, und also nicht mehr nöthig gehabt, durch diesesLoch zu kriechen; so ist es doch an dem, daß man es noch heutzu Tage sehen kan, und vermuthlich so lange die Welt stehet,noch wird sehen können, indem es fast durchgehends durch le-bendige Felsen gehauen ist. Man braucht beynahe zwey Stun-den um dadurch zu kommen, und kan solches mit beladenenMaul-Eseln gar leicht und ohne fernere Ungelegenheit geschehen,ausser daß man wegen der entsetzlichen Finsterniß, so sich aufdieser ungewöhnlichen Land-Strasse befindet, sich mit gutenFackeln zu versehen, genöthiget ist. Man findet diesen Berg,sowol als den ietztbeschriebenen Weg durch denselben, auf derbeygefügten Charte gezeichnet.

§. m.

Der andere Haupt-Fluß der Piemont bewässert, ist derTanaro: der dritte die Stura, von welchem auch das da her-um liegende grosse Thal, das Thal von Srura Heister: dervierte ist, die Dona. Ueber diese vier Haupt - Flüsse sind nochüber acht und zwantzig andere ansehnliche Ströme und Bache,die diese Thaler durchgehends bewässern und so fruchtbar machen,daß, ob man gleich Italien durchgehends vor das schönste Landin der Welt hält, man dennoch in einem alten und sehr bekand-, ten Sprichwort zu sagen pfleget, daß, wenn Italien einSchöps wäre, Piemont nothwendig die Nieren seynrmisten.

§. IV.