40 Unterch. Vorstellung an den Serzog von Gavoyen.
kentnis der Sachen, die Desselben arme aber Neueste Unterthanenangehen, ferner fortzufaren, wie Dieselben nach dem Hintrit der Kö-mgl.Frau Mutter rümlichst anzufangen geruhet haben; und sich nichtauf deren Erzälungen schlechthin zu verlassen, die nach Pflicht undeidlichem Versprechen blos auf derselben Untergärig bedacht seyn müs-sen. Nie würden ihre Thaler und Berge von dem Blute so vieler un-schuldigen Seelen gefarbet worden seyn, wertn Ew. Aonigl. Ho-heit, deren Gnaden, Billigkeit und Weisheit iederman rümet, schonDamals eben so mehrere Kentnis von diesen Umstanden gehabt, wie iezr,nicht aber schändlich mit Lügen waren hintergangen worden.
Da ich nun mich nicht unterstehe Ew. Königl. Hoheit zu bitten,ein Auge auf diese Geschichte zu werfen, worin Dieselben freilich vielantreffen würden, was wider Demselben untadelhafte und grosmü-tige Absichten vorgefallen; ^roch weniger aber sie Denenselben zuzu-schreiben, als von denen ich für einen unglükseligen Missethäter ange-sehen werde, so unschuldig ich auch immer seyn mag, und vor Gottund seinen heiliger: Engeln hoch betheuren kan, Denenselben immertreu gewesen zu seyn, und nie an den Beschuldigungen, wodurch manmich bey Denenselben anzuschwärzen gesucht, theil gehabt zuhaben:so ist mirs genug, daß ich aus allen Kräften meiner Seelen den Herrnder Könige der Erden bitte, durch welchen die Könige herrschen, unddie Fürsten das Recht sprechen, daß er Ew. Aönigl. Hoheit mitallen Gaben des höchster: Geistes kröne; Dieselben mit seinem leben-digen Licht erfülle, in alle Wahrheit leite, alles unter Dero Handensegne, und Dieselben so wol als die Königliche Gemalin, Durchl.Prinzen, und das ganze Königliche Haus mit allen geist-und leibli-chen Segen überschütte, stets vor: Herzen verbleibend
Cw. Königlichen Hoheit
unterthänigster, allertreuester undgehorsamster Knecht,
Johann Leger, Prediger.