kurz-gestielten zweispaltigen Blättchen, die Ab-schnitte sind eiförmig stumpf, blafs violett, mit ei-ner gelben, erhabenen Drüse in der Mitte; zwischendiesen Abschnitten liegt eine vertiefte Drüse untereinem schmalen zungenförmigen zugespitzten Blätt-chen; diese Theile sind nur halb so lang als dieKelchblätter.*)
Die zahlreichen Staubgefäfse stehen in achtBündel (phalanges) geordnet beysammen; jeder der-selben besteht aus fünf, an der Basis kaum verwach-senen violetten glatten Staubfäden, die mit den auf-rechten zweifächrigen violetten Antheren die Längedes Fruchtknotens erreichen. Der Pollen ist gelb-lich-eriin. Diese Staubgefäfse sind vor und wäh-rend der Befruchtung aufrecht, den abwärts geboge-nen Narben genähert, später nehmen sie allmähligdie horizontale Stellung an.
Der Fruchtknoten ist verhältnifsmäfsig grofs,undeutlich-fünfeckig, fünffächrig, grün, mit blafsenerhabenen warzenförmigen Drüsen besetzt. DieGriffel sind vor der vollen Blüthe aufrecht; zurZeit der Befruchtung biegen sie sich mit der seitlich-ansitzenden rinnenförmigen Narbe abwärts, kom-men den Staubbeuteln entgegen und richten sichnach der Befruchtung wieder in die Höhe.
Die reife Kapsel ist blafs-braun; die Fächerspringen an der Spitze auf und enthalten zahlreichean dem innern Winkel ansitzende Saamen.
Diese Saamen sind dreiseitig stumpf, die äufsereSaamenschaale (epispermium) läfst sich leicht tren-nen, ist dunkelschwarz, warzig-runzlig; im Innernsind die Saamen weifs, bestehen fast ganz ausEiweifskörper, in dem der Embryo, mit seinenWürzelchen nach der Spitze des Saamens und alsonach dem Anheftungspunct desselben gerichtet, liegt.
In den Officinen sind die Saamen unter dem Na-men des schwarzen Kümmels (Semen Nigellae)bekannt. Sie riechen, wenn sie zerrieben werdeneigenthümlich-aromatisch aber gerade nicht ange-nehm und schmecken etwas pfefferartig-scharf. Wirnehmen die Pflanze hier auf theils weil sie früherofficinell war und als solche in allen ähnlichen
Werken aufgeführt ist, theils und besonders d e f s-halh weil die Saamen dieser Nigella schon öftersmit dem giftigen Saamen der Datura Stra-monium verwechselt worden sind. Bei einer ge-nauem Betrachtung unterscheiden sich aber dieSaamen des Stechapfels leicht durch ihre flachzusammengedrückte mehr nierenförmige Ge-stalt und durch den Mangel des aromatischen Ge-ruchs und Geschmacks.
Eine chemische Analyse dieses Saamens ist mirnoch nicht bekannt.
Anm. Die Saamen der in Deutschland wild-wachsenden Nigella arve]nsis haben ähnlicheEigenschaften. Diese Art unterscheidet sich durch
O
den niedrigen sparrigen glatten Stengel — durchgrünlich-weifse Blumen, zugespitzte Antheren unddie glatte nicht warzige Kapsel.
Abbildungen.
Sibth. Flor, graeca. tab. 5 ii.
Hay ne Getr. Darst. VI. tab, 16.
Erklärung der Tafel.
1. Der obere Theil des Stengels mit Blüthen und
Frucht.
2. Der untere Theil, mit der Wurzel.
3 . Ein Stcngelblatt.
4 - Ein Wurzelblatt.
5 . Eine Blüthe ohne Kelch.
6. Ein Kelchblatt.
7. Der Fruchtknoten mit einigen Staubgefäfsen.
8. Ein Staubgefäfs, vergröfsert.
9. Ein Blumenblatt, von vorn-
10. Dasselbe, von der Seite gesellen.
11. Der Griffel und die Narbe.
12. Ein Durchschnitt des Fruchtknotens, alle diese
Figuren ebenfalls vergröfsert.
1 3 . Eine reife Frucht.
* 4 - Dieselbe, der Länge nach geöffnet.i 5 . Ein Saamen, vergröfsert.
*) Die ersten Bliithen sind bedeutend grüfser als die sich später entwickelnden.