Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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lonidium urticaefoliura Mart

Nesselblättriges Veilchen.

Char. Spec.

lonidium urticaefoliura.

I. Caule herbaceo ramoso viscoso tereti subpubescente; foliis oppositis subsessilibus subcordato-ovati«acutis serratis glabris; pedunculis uni vel paucifloris axillaribus; calyce glabro integerrimo; pe-tali infimi lamina quadrata.

lonidium urticaefolium ..... de Martius Spec. mat. med. bras. p. 16.

Auch dieses neue Veilchen wurde von demverdienstvollen Herrn von Martius auf Gras-plätzen am Flusse St. Francisco in der ProvinzBahia entdeckt.

Die perennirende Wurzel gebt gerade in denBoden; sie ist 3 5 Zoll lang, von der Dicke ei-ner Schreibfeder, einfach oder wenig ästig, etwaseckig und mit einer blass bräunlichen Epidermisbedeckt; die Rindensubstanz ist schwammig, zäheund von unangenehmem Geschmack; der holzigeKern ist weiss.

Der aufrechte Stengel ist ungefähr einen bisanderthalb Fuss hoch, rund, klebrig, kaum merklichbehaart, gewöhnlich schon vom Grund an getheilt.

Die gegenständigen Blätter sind kurz gestielt,eiförmig oder lanzettförmig, an der Basis etwasherzförmig, ungleich-doppelt gesägt, nur an derSpitze ganz glatt und aderig.

Die Blüthen steheq theils einzeln auf fadenför-migen Blüthenstielen in den Blattwinkeln oder ander Spitze des Stengels, seltner sind zwei oder dreiBlüthen an einem Bliithensliel vereinigt; diese Stielchen führen ein sehr kleines pfriemenformigesDeckblättchen und sind sehr fein behaart.

Die Kelchblättchen sind fast gleich, lan-zettförmig, lang zugespitzt, glatt; die drei oberenstehen nahe beisammen, die beiden unteren sindgetrennt und nur mit den Spitzen zusammen neigend.

Die Blumenkrone ist im Anfang weiss, dannfleischfarbig und endlich röthlich-violett. Die vierkleinen Blumenblätter sind von der Länge des Kelchs,linienförmig-länglich; die beiden obern sind weiss,die seitlichen am Grund gelb, an der Spitze rosen-roth ; dass grosse Blumenblatt hat im Grund eineerhabene Schwiele, der Nagel ist rinnenförmig, gelb,die Platte ist ausgebreitet, flach, fast, viereckig ro-senroth, bei dem Verwelken eingewickelt.

Die Staubfäden sind sehr klein weiss; diepfeilförmigen Antheren sind mit einem häutigengelben Rand eingefasst und gekrönt.

Der Fruchtknoten ist eiförmig, glatt; derwalzenförmige Griffel trägt eine kreiselförmige Nar-be. Die Kapsel ist rundlich-dreiseitig, glatt.(Mart. 1. c.)

Auch von dieser Art wird die Wurzel als Ipe-cacunha benutzt.

Anm. Mit diesem Veilchen ist eine andere Artlonidium circaeoides Kunth so naheverwandt, dass wir zum Vergleich hier aucheine Abbildung derselben beifügen zu müs-sen glauben. Dieses lonidium circaeoi-des wächst bei Guayaquil am stillenOcean. Es ist eine einjährige Pflanze; der

Stengel ist aufrecht in zwei Reihen schwachbehaart ; die Blätter sind gegenständig, eiför-mig, lang zugespitzt, an der Basis abgerun-det, gesägt und glatt; die Blüthen sind vio-lett, das untere grosse Blumenblatt bat eineeiförmige (nicht viereckige) Platte.

Abbildung.

Martius. 1. c. tab. 4. et radix tab. g.

Erklä rung der Tafel.

A. lonidium brevicaule nach Herrn v. Mar-

tius Mat. med. Bras.

1. Die Wurzel.

2. Eine Blüthe, von vorn gesehen.

3. Ein Kelchblatt, vergrössert.

4. Ein oberes Blumenblatt.

5. Ein seitliches.

6. Die Staubgefässe.

7. Der Fruchtknoten mit dem Griffel.

8. Die Kapsel mit dem Kelch, in natürlicher Grösse.

9. Dieselbe , ohne den Kelch.

10. Dieselbe geöffnet mit dem reifen Saamen.

11. Der Saamen in natürlicher Grösse.

12. Derselbe vergrössert.

13. Derselbe, im Querdurchschnitt.

14. Derselbe, der Länge nach durchgeschnitten,

um den Embryo zu zeigen.

15. Der Embryo, stärker vergrössert.

B. lonidium urticaefolium Mart.

1. Die Wurzel.

2. Eine ganze Blüthe , vergrössert.

3. Ein oberes Blumenblatt.

4. Ein seitliches.

5. Ein Staubgefäss von vorn gesehen,

6. Dasselbe, vom Rücken gesehen.

7. Der Fruchtknoten mit dem Griffel und Narbe.

8. 9. Die Kapsel.

C. lonidium circaeoides H. et K.

1. Die Blumenblätter auseinander gelegt und ver-

1 grössert.

2. Eine Blüthe, von der Seite gesehen.

3. Ein oberes Blumenblatt.

4. Ein Staubgefäss.

5. Der Fruchtknoten mit dem Griffel.

6. Die Kapsel in natürlicher Grösse.

7. Dieselbe geöffnet mit dem Saamen.