Von dieser Gattung Trachylobium unter-scheidet sieh die Gattung Vouapa Aubl. durchden viertheiligen Kelch und das eine Blumenblatt.
Vouapa phased ocarpa H. (Getr. Darst.XI. n. 20 ) ist ein Baum, der von Herrn von Mar-tius in den Wäldern von Japura in der ProvinzRio negro entdeckt wurde. Die Oberhaut derjungen Zweige ist glatt und weiss. Die einpaarig-geiiederten Blätter bestehen aus zwei sitzenden oval-länglichen, ungleichseitigen stumpfen und ausge-randeten glatten Blättchen. Die Hülse ist eiförmig(bohnenförmig), lederartig, warzig, blassbraun, un-gefähr 14 Linien lang und 9 Linien breit; sie ent-halt einen braunen nierenförmigen Saamen von derGrösse des inneren Raums der Hülse.
Diese hier dargestellten Bäume aus Brasiliensind es, welche man vorzugsweise als die Mutter-pflanzen der Copals annehmen darf. Von Hy-menaea Courbaril und den andern nahe ver-wandten Arten soll der sogenannte Westindi-sche Copal, von den Gattungen Trachilobiumund Vouapa der brasilische Copal abstammen.Wir finden unter beiden nur den Unterschied, dassder letztere heller, weisser und etwas weicher alsder erstere ist.—Nach Herrn von Martius schwitztin den Monaten October bis November ein Harzaus der Rinde dieser Bäume, welches zusammen-geschmolzen wird. Diese Art des Harzes möchtenwir für eine der so verschiedenen Sorten des Ani-me- Harzes halten. Man findet aber andere Stückedes Harzes oft von mehreren Pfunden, unter derPfahlwurzel der Bäume. Dieses eine längere oderkürzere Zeit unter der Erde verborgene Harz hal-ten wir für Copal, verschieden nach dem Alterund nach der Verschiedenheit der Pflanzen, vonder er stammt. Durch diese Entstehungsart erklärtsich auch die Verwandschaft des Copals mit demBernstein, seine Härte und Unlöslichkeit, wodurcher sich vor den] andern Harzen auszeichnet. Manunterscheidet rohen ungeschälten Copal undgeschälten Copal; nur der letztere kommt ge-wöhnlich im Handel vor. Was in der neuesten
Zeit unter dem Namen Jatoba-Harz aus Bra-silien bekannt wurde, halten wir für eine Sorte Co-pal, die sehr weiss und etwas weicher ist, was viel-leicht daher kommt, dass dieser Harz nicht solangeunter der Erde lag. Dahin gehört der weicheoder falsche Copal nach Guibourt. — WasMartius a. o. a. 0 . als westindischen Copal be-schreibet, der sich durch grössere Härte, die flache-ren Stücke und durch die rauhe gleichsam'chagrin-artige Oberfläche unterscheidet, ist derselbe Copal,den Hay ne früher als ostindischen beschrieb.Die rauhe Oberfläche entsteht wohl durch das Er-härten im Sand.
Ob wirklich Copal aus Ostindien kommt, istnoch ganz zweifelhaft.
Abbildung.
Hayne Getr. Darst. XI. tab. 17.
Erklärung der Tafel.
A. Trachylobium Martianum H. mit unrei-
fen Früchten.
1. Die Frucht der Länge nach geöffnet, mitzwei Eierchen.
2. Ein reifer Saamen.
3 . Derselbe im Querschnitt.
B. Tra chylobium H or n eman n ia num H.
1. Das grössere Blumenblatt.
2. Dasselbe vergrössert.
3 . Ein Staubgefäss.
4 . Dieselben, vergrössert.
5 . Das Kelchrohr mit dem Fruchtknoten.
6. Dieselbe Figur, vergrössert.
7 . Dieselben Theile, der Länge nach durch-schnitten.
C. Vouapa p has e o lo carpa H.
1. Eine reife Frucht.
2. Dieselbe, der Länge nach geöffnet.
3 . Ein Saamen.
4 - Derselbe, der Länge nach gespalten.