Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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gemacht aiisehen, da wenige Gegenstände der phar-maceutischen Botanik noch so wenig erforscht sind,als gerade die Geschichte der Harze und besondersdie des Tacamaliaks. Es kommen nemlich unterdiesem Namen so verschiedenartige Harze im Han-del vor, dafs sie gewifs auch von verschiedenenBäumen abstammen; doch darf man annehmen, dafssie wohl alle zu der so harzreichen Familie derAmyrideen gehören. Dazu kommt noch, dafsdiese Harze bald als T a k a m ah a k bald als Animebeschrieben Avurden. Wir möchten deshalb mit un-serm Freund, Herrn Dr. Martius, annehmen, dafsnur diejenige Harze, av eiche sich durch einen mehroder minder bittern Geschmack auszeichnen, als Ta-ca mahak gelten sollten. Dahin gehört

1) das starkriechende Tacamahac inröthlichen auf dem Bruch durchschimmernden Kör-nern ; ist sehr bitter und riecht etAvas nach Casto-reum.

2) Das gemeine Tacamahac nach Mar-tius in gelblichen oder röthlichen Mafsen aus klei-nern, Aveichern Körnern gebildet und mit Stückcheneiner gelben Rinde gemengt; dieses Harz ist eben-falls bitter.

Wir haben uns bis jetzt vergebens nach diesembittern Tacamahac umgesehen. Bei uns findet manin den OfFicinen ein scliAvach aber nicht unan-genehm riechendes Harz in runden oder eckigenziemlich leichten, porösen, zerbrechlichen Stück-chen von rüthlicher oder gelblich-brauner Farbe.Dieses Harz ist bestäubt und dem Oliba-num etAvas ähnlich. Eine andere Sorte istmehr gleichförmig blafs gelb. Beide Harzemöchten wir für falschen Tacamahac oderbesser für eine Sorte von Olibanum er-klären. 1

Ein ganz neuerlich als Tacamahak vorgekom-menes Harz bildet gröfsere äufserlich scliAVärzlich-graue, bestäubte, einem Fossil etAvas ähnli-che Stücke, die nicht leicht zu verwechseln sind.

Was man Tacamahaea in testis s. subli-mis nannte, ist eine in Kürbisschalen vorkommendenach Angelica riechende Harzmasse, Avelchegar nicht mehr zu haben ist.

A um. Die oben beschriebenen dem Oliba-num ähnliche Sorten finden sich nicht selten inden Officinen als Anime- Harz. Wir dürfen,aber als Anime nur ein leicht kenntliches Harzannehmen, was aber jetzt selten geAvorden : dieStückchen sind eckig oder flach, aufsen blafs gelbund Aveifs-bestäubt, im Innern zeigt sich eine mehrgelbe Rin den schic ht und ein mehr blasserAveifslicher Kern, die Bruchstelle Avird späterganz Aveifs; dieses Harz riecht nicht unangenehmund ist ohne Geschmack. Statt dieser Sorte kommtgewöhnlich ein Harz vor, was unserem falschen Ta-camahac etAvas ähnlich ist, doch sind die Stückchenmehr röt blich-gelb und Aveifs-gefleckt.Man sollte füglich nur diese beiden Sorten alsAnime gelten lassen. Vor einiger Zeit erhieltenAvir auch ein Anime in gröfseren einigermaafsendem Elemi ähnlichen Stücken; genauer betrachtetist es aber doch diesen beiden erwähnten SortenA r erwandt und Avir glauben, dafs alle drei von einerArt, oder doch geAvifs von einer Gattungder Amyrideen abstammen.

Abbildungen.

Ja cq. 1. c. tab. 71.

Erklärung der Tafel.

1. Ein blühender ZAveig nach einem Exemplar desVahlschen Herbariums.

2. Ein ZAveig mit Blättern.

3 . Ein Blättchen von oben

4 - Dasselbe, von unten gesehen.

5 . Eine Blütlie vergröfsert.

6. Der Kelch.

7. Ein Durchschnitt des Fruchtknotens.

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