Druckschrift 
Icones plantarum medicinalium oder Sammlung officineller Pflanzen : mit lithographirten Abbildungen und Beschreibungen ; ... mit 120 Taf.
Entstehung
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die Unterlippe, gewölbt, .ausgerundet, ganz blafsviolett. Die Unterlippe ist dreilappig, der mittlereLappen ist breiter, stumpf, gelblich - weifs und amEingang des Schlundes mit starken weifsen Haaren

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besetzt.

Die beiden langen Staubgefäfse sind von derLänge der Oberlippe. Die Staubbeutel sind weifsund bestehen wie bei allen Labiaten, aus zweiabstehenden Fächern, die bald mehr aufwärts, baldmehr abwärts gerichtet sind.

Die vier glatten Fruchtknoten stehen auf einerziemlich dicken, stumpfeckigen Nectarscheibe (nec-tarium gynobasicum). Der Griffel ist glatt, weifs,länger als die Blumenkrone und in zwei spitze Nar-ben gespalten. Die kleinen Früchte sind läng-lich, nach der Spitze etwas verdickt, stumpf, glattund schön braun.

Die ganze Pflanze ist der Melissa officina-lis so aufserordentlich ähnlich, dafs sie sehr leichtdamit verwechselt werden kann. Der Unterschiedliegt mehr in der hier so starken Behaarung als inden herzförmigen Blättern, die bei M. officinalisnur zuweilen herzförmig sind.

Der hier beschriebenen Pflanze fehlt das an-genehme und wirksame Aroma, was die

ächte Melisse besitzt gänzlich und ich mufsdaher um so mehr auf diese Pflanze aufmerksammachen, die leicht unter der ächten culti virt wei-den könnte.

Erklärung der Tafel.

1. Die blühende Spitze eines Stengels.

2. Die Spitze eines jungen Triebs mit sehr deut-

lich herzförmigen und stark behaartenBlattern.

3 . Eine Blüthe in natürlicher Gröfse.l\. Der Kelch, von der Seite-

5 . Derselbe, von oben gesehen,ü. Eine geöffnete Blumenkrone, sehr stark ver-gröfsert.

7. 8. Die Staubgefäfse mit den abstehenden Fä-chern.

9. Die Blumenkrone, von oben gesehen mit dembehaarten Schlund.

10. Ein Kelch, geöffnet mit den Fruchtknoten und

dem Griffel.

11. Ein Nüfschen, in natürlicher Gröfse.

12. Dasselbe, vergröfsert.