Das Blumenrohr ist drei bis vier Zolllang, grünlich- oder röthlich-gefärbt und eben-falls drüsig-behaart. Der Saum ist weiss mit pur-purrolhem Schlund ; seine Abschnitte sind ganzstumpf und ausgerandet.
Die Basis des Rohrs bildet eine bauchige kurzeErweiterung um den die Staubgefäfse tragenden Ring.
Die Staubgefäfse ragen mit dem Griffel etwasaus dem Rohr hervor.
Die Staubfäden entspringen aus einem ring-förmigen, den Fruchtboden umgebenden Torus undsind nur unvollkommen an der Basis des Blumen-rohres angewachsen.
Die grofsen gelben Staubbeutel sind zwei-fächrig, oval , mit einem sehr kleinen Band (con-nectivum) in der Mitte des Rückens, wo sie ange-heftet sind.
Die purpurrothe Narbe ist mit grofsengestielten Wärzchen besetzt.
Die Frucht ist ein eiförmiges , einsaamigesNüfschen, yon dem stehenbleibeaden Kelch umge-ben ; die Fruchthülle ist an der Basis eingedrücktund mit einem rostfarbigen Filz bekleidet, auf demman schwarzbraune glatte Flecken bemerkt.
Der Sa am en hat die Gestalt des Nüfschens,ist mit einer dünnen gelben Saamenschale bedecktund am Grund mit einem weifsen Nabel versehen,scheint uns aber oben an der Seite anhängendzu seyn.
Der merkwürdige Embryo umschliefst mit sei-nen grofsen Cotyledonen und dem herabsteigendenWürzelchen einen ganz rein-weifsen mehligen Ei-weifskörper.
Diese Pflanze ist für uns und die pharmaceuti-sche Waarenkunde wichtig geworden , weil wir inihr und wahrscheinlich auch in der so nahe ver-wandten M. Jalapa L. die Mutterpflanze dergrauen Mechoacanna, Radix Mechoacannaegrysea, entdeckt haben.
Man mufs diese Mechoacanna gryseawohl von der M. alba unterscheiden. Die erstere
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kommt in scheibenförmigen oft sehr grofsen Stük-
ken vor; sie ist aufsen mit einer sehr runzligen
dunkelbraunen Rinde bedeckt, innen graulich-weifs>
und durch die zahlreichen kleinen Kry-s tal le, die man schon mit dem blofsen Au-ge bemerken kann, ausgezeichnet. Sie enthältungefähr 2 pCt. eines Weichharzes von unangeneh-
ncn etwas scharfen Geschmack. Die kleinen Kry-stalle sind zu G pCt. in dieser Wurzel enthaltenund als ein Doppelsalz aus Phosphorsäure mit Kalkund Talkerde verbunden zu betrachten. Die Ra-dix Mirabilis enthält dieselben Krystalle, unge-fähr in derselben Quantität und dasselbe Weich-harz nur in reichlicherem Maafse.
Wir halten diese M. longi fl ora demnach alsmexikanische Pflanze für die Mutterpflanzeder Radix Mechoacannae grysea, welche ausMexiko zu uns gelangt und früher ein berühmtesArzneimittel darstellte. Die Wurzel der M. Jalapaaus Peru ist ganz ähnlich und nur durch dieetwas mehr schwarze als braune Rinde unterschie-den. — Nach Kunth ist M. suaveolens K. eineandere, der M. longiflora sehr nahe verwandteArt. Die weifse Mechoacanna (S. Kunzepharmac. Waarenkunde II. 2. ) möchten wir für dieWurzel irgend einer der Gattung Arum oder Ca-ladium ungehörigen Pflanze halten.
A b 1) i 1 d u n g e n.
Plenk Plant, med. tab. i38.
Erklärung der Tafel.
1. Die blühende Spitze eines Stengels von M. 1 o n-giflora L.
2. Eine junge Pflanze mit den Saamenblättern.
3. Die Wurzel.
4 und 5. Durchschnitt derselben.
6. Blüthenknospe.
7. Die Basis eines Blumenrohrs geöffnet mit demStaubgefäfs und Fruchtknoten.
8. Dieselbe Figur vergröfsert.g. Der Fruchtknoten.
10. Staubgefäfs von hinten gesehen.
11. Ein solches von vorn.
12. Die Narben.
13. Die Frucht in natürlicher Gröfse mit dem Kelch.
14. Dieselbe ohne Kelch.
15. Dieselbe der Länge-nach durchschnitten.
16. Der Saamen.
17. — 20. Der Embryo mit dem Eyweiskörper von
verschiedenen Seiten gesehen und vergröfsert.2t. Eine Blume von Mirabilis Jalapa L.