Dieser ist eiförmig-länglich, glatt, an jeder Seitemit einer vertieften Linie bezeichnet und mit zweigrofsen fleischigen zweitheiligen, zuerst rosenrothen,dann braunen Narben gekrönt.
Die Kapsel ist eiförmig, glatt, zweiklappigund enthält an dem Rücken der Klappen ansitzendzahlreiche, sehr kleine, mit langer zarter seiden-artiger Wolle bekleidete Saamen *).
Die Blattknospen sind im Verhaltnifs vieldünner stark zugespitzt und ebenfalls glatt. Ausihnen entwikeln sich die Aeste mit den Blättern;diese stehen auf sehr langen, von der Seite starkzusammengedrückten glatten Blattstielen und sinddeshalb von dem leisesten Wind beweglich ; dasBlatt selbst ist fast kreisrund, mit schwacher Zu-spitzung, am Grund etwas herzförmig, am Randstumpf und buchtig gezahnt, ganz glatt, untenblafsgrün. Die Drüsen am Blattstiel fehlen sehr oft.
Die Rinde dieser Pappel und auch die Blätterschmecken sehr bitter und enthalten nach Bra-connot Salicin; die Blätter aufserdem noch eineneigenthümlichen Stoff (Populin), der dem Mannitverwandt scheint, aber weit weniger als dieses im ^Wasser löslich ist. Das Decoct der Rinde verhältsich dem Chinadecoct einigermafsen ähnlich undist gewifs, wegen dem bedeutenden Gehalt an Sa-licin, das beste inländische Surrogat der peruani-schen Rinde.
Anm. Die Rinde von Populus albaL. undPopulus canescens W., die vielleicht eine Ba-stardform zwischen P. alba und P. tremula ist,
soll ähnliche Eigenschaften haben. So finden wirin der mit Salix so nahe verwandten Gattung, undzwar in den durch die zottigen Kätzchen ausge-zeichneten Arten, auch dieselben chemischen Ei-genschaften.
Abbildungen.
Guimpel und Hayne Deutsche Holzart, tab. 20t.
Erklärung der Tafel.
1. Ein männliches Kätzchen.
2. Ein Zweig mit weiblichen Kätzchen.
3 . Ein anderer mit reifen Früchten und Blät-tern, i
4. Ein Blatt.
5 . Eine männliche Blüthe.
6. Eine weibliche Blüthe.
7 . Eine Deckschuppe.
8. Die Blüthenhülle, alle Figuren, von Fig. 5 .an, vergröfsert.
9. Die Frucht, in natürlicher Gröfse.
10. Dieselbe, vergröfsert.
ii. 12. Dieselbe, im aufgesprungenen Zustand.
1 3 . Die eine Klappe mit den Saainenhaltern.
14. Ein Querdurchschnilt der Frucht in natür-licher Gröfse.
1 5 . Derselbe, vergröfsert.
lö. Ein Saamen mit dem Haarschopf.
*) Diese Haare sitzen, wie bei Salix, an der Basis des Saamens an und sind viel länger als dieser. Man mufs sieals einen in feine Haare aufgelösten arillus betrachten.