Achter Verfuch.
795
ruhe, und da die Entzweiung von fo wichtigen Fol-gen in metaphyfifchen Unterfuchungen ift, fo halteich es für die Pflicht eines jeden, der über derglei-chen Gegenftände denkt und fchreibt, dafs er fei-nen Scharffinn anwende, jene Dunkelheiten aufzu-hellen. Es ift meiner Meinung nach ein febr un-rechter Weg, wenn man die Meinungen andererDenker dadurch niederzufchlagen gedenkt, dafsman Widerfprüche in ihren Grundfätzen und Syfte-men auffucht. Denn gemeiniglich find die Wider-fprüche blos in dem Kopfe des Prüfers, der die Mei-nungen anderer mit feinen eignen vergleicht, mitdenen fich freilich vieles nicht reimen läfst, fo wahres an fich feyn mag. Ich glaube, man würde weitgröfsere Fortfehritte in dem Reiche der Wahrheitgemacht haben, wenn man fich jederzeit bemühthätte, das Wahre, welches in jedem Syfteme einerangefehenen Parthei liegt, zu entdecken und in fei-ner Reinigkeit darzuftellen. Denn dadurch würdees weit beffer gelungen feyn, die iibereilLen und ir-rigen Folgerungen darzuthun, und die Denkerfelbft auf ihre Schritte aufmerkfam zu machen, alsdurch die grobe Befchuldigung der Widerfprücheund der Abfurditäten, die gemeiniglich nur Verach-tung und gegenfeitige Erbitterung erzeugen.
Wenn ich nun diefen Grundfätzen gemäfs dar-über nachdenke,-was Humen vermocht hat, denSatz: dafs alle Erkenntnifs durch Empfindung ent-fpringt, zu einem allgemeinen Grundlätze zu erhe-ben j fo fcheint mir kein anderer Grund, ihn be-
ftirumt