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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
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Kritifche Verfuche.

falls dergleichen empirifchen Gegengründen Gehörgeben. Nun können Avir durch Beobachtung dieGefetze ausfindig machen, nach welchen unfre Sinneuns die Objekte richtig vorftellen, und unter wel-chen Bedingungen unfer Verftand am l'ichtigftenfubfumiren, und am beften Regeln machen kann,und Avir können \'on der Wahrheit unfrer Vorftel-lungen überzeugt feyn, wenn Avir fie nach allen.Gefetzen, denen unfer Verftand und unfre Sinne,unterivorfen find, geprüft haben. Wenn der Re-chenmeifter Aveifs, dafs er in feinen Rechnungenirren kann, Avenn er zu fchnell rechnet, oder dieReihen zu lang find; fo Aveifs er doch Mittel, diefeIrthiimer zu verhüten'; wenn der Mathematikusüberzeugt ift, dafs er feine Figuren nie feinen rei-nen Anfchauungen in der Einbildung vollkommenadaequat verzeichnen kann; fo irret er nicht; erfucht nur den Irrthum fo klein einzurichten, dafser keinen Einflufs auf feine Refultate oder auf dieGefchäfte des Lebens hat. Wenn mir bekannt ift,dafs mein Auge für fich allein nicht hinreicht,mich von der wahren Befchaffenheit der Dinge zuunterrichten, wenn ich die Entfernungen kenne,in av eichen es mir die Gegenftäncle richtig darftellt,kurz, wenn mir alle die Illufionen der Sinne undder Einbildungskraft und zugleich die Mittel dage-gen bekannt find; fo fehe ich Avenigftens für mei-nen Skepticismus ein Ziel. Er wird fich nemlichimmer mehr und mehr vermindern, jemehr ich mirbewufst bin , dafs alle Regeln der Belmtfamkeit und

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