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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
725
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Fünftel' V e r f u c h.

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affociiren lieh ; wir werden an clas Affociiren der Din-ge fo gewöhnt, das Affociiren ift zu allem Erkennenfo nothwendig und kömmt fo oft vor, dafs wir unsendlich daran gewöhnen, nichts zu denken, womitwir nicht irgend etwas verbinden , und was dasmehreftemal damit in der Natur verbunden gewe-fen ift, das affociiren wir am leichteften. ZumGlück trifft es hell auch, dafs in der Sinnenwelt al-les fo erfolgt, dafs wir wenig irren, und durch die-fen glücklichen Erfolg beftätigt fich unfer Grundfatzimmer mehr und mehr. Es geht nur die gewöhnli-che Täufchung vor, dafs wir das, was in uns leb-haft vorgeftellt ift, für wirklich halten. In uns iftes ein Gefetz, alles zu affociiren; hierzu ift eine fob-jektive Nothwendigkeit da, unfre Natur erfodert esund wir können nicht anders. Nach einer fehl'natürlichen Ulufion verletzen wir diefe Nothwendig-keit, die unferm Subjekte anhängt, in die Objektefelbft, 'und diefe Täufchung wird fo ftark, dals fiefelbft bei den Philofophen die Oberhand behält. Denndiefe, deren Pflicht es ift, Vernunftgründe für jedesihrer Urtheile aufzubringen, bringen zwar auchGründe für die objektive Nothwendigkeit. dar, aberdiefe erhalten blos von ihrer einmal vorgefafstenMeinung ihr Gewicht; die fubjektive Nothwendig-keit verhindert fie einzufehen, dafs ihre Gründe fürdie objektive Nothwendigkeit nicht hinreichend find,eine fefteUeberzeugung von derfelben hervorzubrin-gen. Denn weder angebohrne Begriffe, nochBeweife aus der Erfahrung können die Vernunft von

einer