Druckschrift 
1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
724
Einzelbild herunterladen
 

72+ Kritifcbe Verfuche.

kein Nachforfchen war vermögend , feine Schwie-rigkeiten zu heben. Hu me verlangte einen ver-nünftigen Grund von diefer allgemein ange-nommenen Nothwendigkeit zu willen, und alle Ant-worten, die man ihm gab, fetzten diefe Nothwen-diekeit fchon zum voraus, wovon er den Grundwiflen wollte. Er zweifelte keinesweges daran,dafs alle vernünftige Handlungen durch diefenGrundfatz dirigirt werden, vielmehr kannte erfelbft kein anderes, nach welchen man handelnmuffe.Als ein zum Handeln gefchaffenes Wefen,,,fagt er felbft in feinen Verfuchen, bin ich in die-fem Stücke völlig beruhiget, aber als IpekulativerPhilofoph, der von allem gern die hinreichendenGründe erkennen will, möchte ich auch gern die, Gründe wiffen , welche mich beftimmen, eine fol-,, che Befchaffenheit in der Natur als gewifs und nothwendig anzunehmen.,, Da nun Hu me alleElemente der Erkenntnifs in der Erfahrung anzu-treffen vermeinte, und keine Möglichkeit da ift, zubegreifen, wie aus der Erfahrung eine folche objek-tive notliwendige Verknüpfung erkannt werdenkann; fo hielt er fich für berechtigt, zu fchliefsen,dafs diefe objektive Nothwencligkeit nicht auf Ein-licht der Natur der Objekte beruhe, fondern, dafsuns ein Principium unfrer eignen Natur, nemlich dieGewohnheit, zwinge, alle unfre Erkenntniffe undHandlungen diefem Princip gemäfs einzurichten.Wir erfahren, dafs mehrere Dinge in der Sin-nenwelt verbunden find; die verbundenen Dinge

affo-