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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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575
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Zweitei Verfuch.

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gezwungen werden, uns das Objekt der Vorftellungals wirklich vorzul'tellen. Hu me nennt diefe Artder Vorftellungen Impreffionen; der Name derAnfch auungen, der bei uns fchon längft die un-mittelbaren Erkenntniffe bezeichnet hat, l'cheint miraber fchickliclier zu feyn, und wir wollen daher alleunmittelbaren Erkenntnifle Anfchauungen *)

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*) Das Wort Anfc hauen wird man doch wolnicht fo feit mit dem Gefichtsfinne verbunden ha-ben , dafs man nicht die Erkenntnifsart aller übri-gen Sinne auch follte daran knüpfen können. We-nigstens hat es die Analogie für lieh, indem daslateinifclie videre, fo wie das griechifclie löfivnach der Bemerkung des fpraclikundigen Peri-zonius von allen fowol äufsern als innern Sin-nen gebraucht wird, aber auch zugleich in allenSprachen von dem Empfinden mit einer auf-fallenden Deutlichkeit unterfchieden wird. Hu-me begreift unter dem Ausdrucke Impreffio-nen nicht blos unmittelbare Erkenntniffe,fondern auch Empfindungen, und bringt da-her gleich vom Anfänge, wie fo viele Andre, diebeide Arten der Vorftellungen nicht unterfchei-den, eine grofse Verwirrung in die Schlufsfolgen,indem fehl- Vieles, was von den Erkenntniffengilt, auf die Empfindungen gar nicht pafst, undumgekehrt. H u m e führt die Leidenfchaften alsein Beifpiel innerer Impreffionen an; welche dochoffenbar keine innern Erkenntniffe, fondern inne-re Empfindungen find. Wenn man lieh die Lei-denfchaften als Objekte vorftellt, alsdenn ift dieVorftellung davon eine Erkenntnifs; die Leiden-

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