Von andern philofoph. Syftemen. 5 2 3
meiner gegenwärtigen Lage; und wollte ich michbemühen, fie . durch Ergreifung eines andern Ge-fchäfts oder einer andern Luftbarkeit zu verban-nen ; fo würde ich, ich fühle es, das Vergnü-gen dabei einbiifsen; und diefes ift der Urfprungmeiner Philofophie.
Aber man fetze felbft, dafs mich diefeNeugier-de und diefer Ehrgeiz nicht weiter in die fpeknlati-ven Unterfuchungen treiben füllten, als es die Sphä-re des gemeinen Lebens erfodert, fo würde es fichdoch nothwendig ereignen, dafs ich durch meineeigne Schwäche zu folchen Unterfuchungen gebrachtWürde. Es ift gewifs, dafs der Aberglaube weitkühner in feinen Syftemen und Elypothefen ift, alsdie Philofophie; und indeffen die letztere zufriedenift, wenn fie für die Erfcheinungen der fichtbarenWelt neue Urfachen ausfindig machen kann; fo er-öffnet fich der erftere eine Welt aus feinen Mitteln,und ftellt uns Scenen und Wefen und Objekte dar,die fämmtlich neu find. Da es alfo für die Seeledes Menfchen ganz unmöglich ift, gleich den Seelender Thiere, in dem engen Cirkel der Objekte zubleiben, welche in dem täglichen Leben und ThunVorkommen, fo müffen wir uns nur in Anfehungcler Wahl unfers Führers entfchliefsen, und denje-nigen vorziehen, welcher uns am ficherften und an-genehmften leitet. Und in diefer Rückficlit empfeh-le ich dreuft die Philofophie, und nehme nicht den
gering-