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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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514
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514 Ueber die menfchliche Natur,

Diefer *) Wiclerfpruch würde noch eher zuentfchuldig'en feyn, wenn er durch einen gewiffenGrund von Feftigkeit und genugthuender Gewifsheitin den übrigen Theilen unfresRaifonnements befrie-diget Aviirde. Aber der Fall ift gerade umgekehrt.Wenn wir den menfchlichen Verftand, feinen erftenGründen nach, durchfuchen, fo werden wir da-durch auffolche Meinungen gebracht, welche alleunfere vorige Mühe und Fleifs lächerlich zu machenfclieinen, und uns von allen fernem Unterfuchungenabfchrecken. Nach nichts fucht das menfchlicheGemiith forgfältiger, als nach den Urfachen eines je-den Phänomens; und wir befriedigen uns nicht mitder Erkenntnifs der unmittelbaren Urfachen, fon-dern fahren in unfern Unterfuchungen fort, bis wirzu der urfpriingiichen und letzten .Urfache gelangtfind. Wir hören gutwillig nicht eher auf, bis wirdiejenige Kraft in der Urfache erkannt haben, wo-durch fie ihre Wirkungen hervorbringt, jenes Band,das fie zufammen verknüpft; und jene wirkfame Ei-genfchaft, von welcher das Band abhängt. Diefesift unferZiel bei allem unlerm Nachdenken und Stu-diren; und wie mufs uns unfre Hoffnung fehl fchla-gen, wenn wir lernen, dafs diefe Verknüpfung, die-fes Band oder diefe Kraft lediglich und allein.in unsfelbft liegt, und nichts, als jene Beftimmung desGemüths ift, welche durch Gewohnheit erworben

ift,

*) Th, 3, Abfchn. 14.