474 Ueber dis menfchliche Natur.'
uncl dafs folglich die Ausdehnung des Univerfums,gewiffermafsen mit dem einfachen unzufammenge-fetzten Wefen, worinnen das Univerfum inhärirenfoll, einerlei feyn müfste. Diefes aber fagt man,ift ganz unmöglich, und undenkbar, wenn fich dieuntheilbare Subftanz nicht felbft ausdehnt, fo dafsfie mit der Ausdehnung einerlei wird, oder wennfich nicht die Ausdehnung zufammenzieht l fo dafsfie mit der untheilbaren Subftanz einerlei wird.Diefer Einwurf fcheint, fo weit man ihn verfteht,richtig zu feyn; und es ift offenbar blos eine Ver«wechfelung in den Ausdrücken nöthig, denfelbi«gen Einwurf gegen unfre ausgedehnten Vorftellun-gen und das einfache Wefen der Seele zu richten;da die Begriffe der Objekte und der Vorftellungenin jeder Rücklicht cliefelben find, und blos ein Un-terfchied unter ihnen angenommen wird, der ganzunbekannt und unbegreiflich ift.
Zweitens fagt man, haben wir keinen Be-griff von Subftanz, der nicht auf die Materie an-wendbar wäre ; und keinen Begriff von einer unter-fchiedenen Subftanz, der nicht auf jeden unter-fchiednen Theil der Materie pafste. Die Materieift alfo keine Modifikation, fondern eine Subftanz,und jeder Theil der Materie ift nicht eine befonde-re Modifikation, fondern eine befondere Subftanz.Ich habe fchon bewiefen, dafs wir keinen voll*kommnen Begriff von der Subftanz haben; aberWenn man fie für ein Ding nimmt, dasdurch fich felbft beftehen kann, fo ift
offen*