47 2 Ueber die menfcliliche Natur.
Kunft oder der Natur. Hier erfcheint Spinoza,und fagt mir, dafs diefes blofse Modifikationen find;und dafs das Subjekt, in welchem fie inhäriren,einfach, unzufammengefetzt und untheilbar ift.Hierauf-betrachte ich das andre Syftem von Wei'en,nemlich das Univerfum der Gedanken oder meinerImpreffionen und Begriffe. Hier bemerke ich eineandre Sonne, Mond und Sterne; wieder eine Erdeund Seen, mit Pflanzen bedeckt und von Thierenbewohnt; Städte, Häufer, Berge, Flüffe, und kurzalles, Avas ich in dem erften Ganzen entdecken odermir vorftellen kann. Bei meiner Nachfrage hier-über kommen die Theologen, und fagen mir, dafsdiefes alles blofse Modifikationen find, und zwarModifikationen einer einfachen, unzufainmengc-fetzten und untheilbaren Subftanz. Unmittelbardarauf werde ich von einem Geräufch von wol hun-dert Stimmen iibertäubt, welche fämtlich die erfteHypothefe mit Abfcheu und Verachtung, die zwei-te aber mit Beifall und Verehrung behandeln. Ichwende meine Aufmerkfamkeit auf diefe Hypothefen,um zu fehen, was der Grund von einer fo grofsenParteilichkeit feyn möge; und finde, dafs fie beidedenfelben Fehler derUnverftändlichkeit haben, unddafs fie, fo viel man fie verftehen kann, einander foähnlich find, dals es unmöglich ift, eine Ungereimt-heit in dem einen zu entdecken, die ihnen nichtbeiden gemein feyn follte. Wir haben keinen Be-griff von einer Befchaffenheit in einem Objekte,welcher nicht auf eine Befchaffenheit in einer Im-
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