43 2 Ueber die menfchli che Natur.
gebunden ften Freiheit auf die Dichtungen der Phan-tafie, und zeigen fioh in ihren hellften Farben. Aufeine ähnliche Art glaube ich auch, dafs man ver-fchiedene nützliche Entdeckungen machen würde,wenn man die Erdichtungen der alten Philofopliieübe.r Subftanzen, fu bftanzielle Formen,über die Accidenzien und die Qualita*tes occultas kritifch unterfuchte; denn fo ver-nunftwidrig und fchimärifch fie feyn mögen, fo ha-ben fie doch einen fehr genauen Zufammenhang mitden Principien der menichlichen Natur.
Die vernünftigften Philofophen räumen ein,dafs unfre Begriffe von den Körpern nichts alsSammlungen der Begriffe von mehrern unterfchiede-nen finnlichen Eigenfcliaften find, woraus die Ob-jekte beftehen, und welche wir ftets mit einandervereiniget finden. Aber obgleich diefe Eigenfchaf-ten an fich gänzlich von einander verfchieclen feyrimögen, fo il’t es doch gewifs, dafs wir das Zufam-•mengefetzte, welches fie ausmachen, gemeiniglichals Ein Ding betrachten, welches unter vielen Ver-änderungen immer daffelbc bleibt. Die aner-kannte Zufammenfetzung ift nun offenbar der vor-ausgefetzten Einfachheit, und die Veränderungder Identität entgegen. Es wird alfo unterdef-fen wohl der Mühe werth fcheinen 1 ) die Urfa-chen zu erwägen, welche machen, dafs wir faftallgemein in folche offenbaren Widerfprüche fallen,und 2 ) clie Mittel, wodurch wir uns bemühen,fie zu verbergen,
Da