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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
425
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Von andern philofoph. Sy Sternen. 425

tinuirliche Exiftenz etwas anderm zufchreibt, waswir Ob j ekte nennen. Diefes philofophifche Sy-stem ift alfo die Mifsgeburt zweier Principien, diefich beide widersprechen, die das Gernüth beide zu-sammen annimmt, und die Sich wechSelsweiSe verei-nigen, um Sich einander zu zernichten. Die Einbil-dungskraft Sagt uns, daSs unSre ähnlichen Vorstel-lungen eine kontinuirliche und ununterbrocheneExi-ftenz haben, und durch ihre Abwesenheit nicht ver-nichtet werden. Die Vernunft Sagt uns, daSs SelbStunSre ähnlichen Vorstellungen in ihrer ExiStenzunterbrochen und von einander verschieden find-Dem WiderSpruche zwiSchen di. Sen Meinungen Su-chen wir durch eine neue Erdichtung zu entgehen,welche nach dem Wunfche der Einbildungskraftund der Vernunft zugleich eingerichtet ift. WirSchreiben nehmlich diefe entgegengefetzten Eigen-schaften zwei verschiedenen wirklichen Dingen zu;die Unterbrechung den Vorstellungen; dieKontinuität den Objekten. Die Natur ift hart-näckig, und -will das Feld, des Starken Angriffsder Vernunft ungeachtet, nicht verlaffen; und docherklärt Sich auch zugleich die Vernunft über diefenPunkt So deutlich , clafs es gar nicht möglich ift, Siegeradezu abzuweifen. Da wir nun nicht im Stan-de Sind, diefe beiden Feinde mit einander zu verei-nigen, So Suchen wir uns feibft die Sache dadurchzu erleichtern, dafs wir Jedem das einräumen, waser fodert, und dafs wir eine doppelte Exiftenz er-1 dichten 9 wobei ein Jeder etwas finden kann 5 das1 ' ' alle

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