Von andern philofoph. Syft'emen. 413
wiefen, dafs der Glaube überhaupt in nichts anclermbeftelit, als in der Lebhaftigkeit eines Begriffs; unddafs ein Begriff diefe Lebhaftigkeit durch fein Ver-hältnifs mit einer gegenwärtigen Impreffion erlangenkann. Impreffionen find von Natur die lebhafteltenVorftellungen des Gemiiths; und ein Tlieil dieferEigenfchaft wird vermöge cles Verhältniffes jedemverknüpften Begriffe zugefilhrt. Das Verhältnifsverurfacht einen leichten Uebergang von clen Im-preffionen zu dem Begriffe, und bringt uns aucheine Neigung zu diefem Uebergange bei. Das Ge-müth fällt fo leicht von der einen Vorftellung aufdie andre, dafs es den Wechfel kaum wahrnimmt,fondern bei der zweiten noch einen anfehniiehenTheil von der Lebhaftigkeit der erften behält. Diefeift von einer lebhaften Impreffion erweckt; und die-fe Lebhaftigkeit geht mit zu dem in Relation Behen-den Begriffe über, ohne dafs fie im Uebergange be-trächtlich vermindert wird, weil er fo unmerklichift und die Neigung der Einbildungskraft noch da-bei hilft.
Aber man fetze, dafs diefe Neigung noch au-fser demVerhältniffe von einem andern Princip ent-ftiinde; fo müfste fie doch offenbar immernoch di.e-felbe Wirkung haben, und die Lebhaftigkeit vonder Impreffion auf den Begriff übertragen. Nun iftdiefes gerade der gegenwärtige Fall. Unfer Ge-dächtnifs bietet uns eine grofse Menge Beifpiele vonVorftellungen an, die lieh vollkommen einanderähnlich find, die in verfchiedenen Zeiträumen und
oft