412 Ueber die menfchliche Natur.
gefehen und gefühlt, und dem Gemüthe gegenwär-tig vorgeftellt; d. li. fie bekommen ein folches Ver-hältnifs zu einem verknüpften Haufen von Verkei-lungen , dafs fie beträchtlich auf fie einfliefsen, undihre Zahl durch gegenwärtige Reflexionen und Ge-fühle vermehren, und das Gedächtnifs mit Begrif-fen befetzen. Daffelbige kontinuirliche und un-unterbrochene Wefen, kann daher zuweilen gegen-wärtig, zuweilen von uns abwefend feyn, ohne dafsdadurch eine reale oder wefentliche Veränderungin dem Dinge felbft vorgeht. Eine Erfcheinung,welche fich die Sinne als unterbrochen vorftellen,fetzt nicht nothwendigerweife eine Unterbrechungin dem wirklichen Objekte voraus. Die Voraus-fetzung einer kontinuirlichen Exiftenz, der finnli-chen Objekte oder der Vorftellungen enthält keinenWiderfpruch. Wir können uns die Neigung zudiefer Vorausfetzung leicht vergeben. Wenn die ge-naue Aehnlichkeit unfrer Vorftellungen macht, dafswir ihnen eine Identität beilegen, fo können wirdie anfeheinende Unterbrechung durch die Erdich-tung eines kontinuirlichen Dafeyns heben, welchesdiefe Intervalla ausfüllen, und unfern Vorftellungeneine vollkommne und gänzliche Identität verfchaf-fen kann.
Allein da wir hier die kontinuirliche Exiftenznicht blos erdichten, fondern fie glauben, fojft die Frage, woher ein folcher Glaubeentftehet; tind diefe Frage leitet mich zu demvierten Tlieile meines Syftems. Es ift fchon |be-
wielen