Von andern philofoph, Syftemen. 409
oder innerlich mit ihren Bewegungen zufammenwirkt, giebt gewifs eine merkliche Luft. Da nunhier ein Widerftreit zwifchen dem Begriffe der Iden-tität ähnlicher Vorftellungen und der Unterbrechungihrer Erfcheinung ift, fo wird das Gemüth in dieferLage verdriefslich werden und fich natürlicherweifevon der Unluft zu befreien fuchen. Da nun die Un-luft aus dem Widerftreite zweier fich widerfprechen-derPrincipien entfteht, fo mufs fie fich dadurch, dafsfie das eine dem andern aufopfert, davon zu be-freien fuchen. Da aber der leichte Gang unfresDenkvermögens an unfern ähnlichen Vorftellungenmacht, dafs wir ihnen Identität zufchreiben, fo kön-nen wir diefe Meinung nie ohne Widerftreben auf-geben. Wir muffen uns alfo zur andern Seite wen-den und annehmen, dafs unfre Vorftellungen nichtmehr unterbrochen find, fondern einekontinuirlicheund unveränderliche Exiftenz behalten und vermit-telft derlelben immer diefelben bleiben. Aber hierfind die Unterbrechungen in der Erfcheinung dieferVorftellungen fo lang und fo häufig, dafs es unmög*lieh ift, fie zuiiberfehen: und da die Erfchei-pung einer Vorftellung im Gemüthe und feineExiftenz beim erften Anblick gänzlich einerleizu feyn fcheinen, fo wird es zweifelhaft, ob wirje einen fo handgreiflichen Widerfpruch billigen undannehmen können, dafs eine Vorftellung exiftire,ohne dafs fie dein Gemüthe gegenwärtig ift. Umnun diefe Materie aufzuklären und zu lernen, wiedie Unterbrechung in der Erfcheinung einer Vor-
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