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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
386
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386 Ucber die menfcMiche Natur.

dafs, nach den Sinnen zu urtheileli, alle Vorftellun-gen in der Art ihrer Exiftenz einerlei feyen.

Wir bemerken alib vermöge des Beifpiels vonden Tönen und Farben, dafs wir den Objekten ei-ne nnterfchiedene und kontinuirliche Wirklichkeitbeilegen können, ohne jemals die Vernunft;:u Käthe zu ziehen, oder unfre Meinungen nachphilofophifchen Principien abzuwägen. Und in derTliat, die Philofoplien mögen die Beweife, welchefie für den Glauben an;Dinge, die vom Gemtithe un-abhängig find, Vorbringen, für noch fo überzeugendhalten, fo ift doch gewifs, dafs cliefe Beweife nurfelir wenigen bekannt find und dafs Kinder, Bauernund der gröfste Tlieil des Menfchengefchlechts ge-wifs nicht durch fie bewogen wird, die Objekte ge-holfen Impreffionen zuzufclireiben und fie andernabzufprechen. Daher finden wir auch, dafs alledie Schlüffe, welche der gemeine Mann hierübermacht, gerade denen entgegen find, welche durchFhilofophie beftätigt werden. Denn die Philofo-phie lehrt uns, dafs jedes Ding, welches dem Ge-rn üthe erfclieint, nichts als eine Vorftellung fey, dieunterbrochen und vom Gemiithe abhängig ift; dahingegen der gemeine Mann Vorftellungen und Ob-jekte verwirrt, und diejenige Dinge für von fichunterfchieden und kontinuirlich wirklich hält, wel-che er fühlt oder fieht. Da nun cliefe Meinungganz gegen die Vernunft ift, fo rnufs fie von einemandern Vermögen, als von dem Verftande herriih-ren. Hierzu kömmt noch, dafs wir, fo lange Vor-

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