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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
385
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Von andern philofoph. Syftemen. 38 $

Bios Laien betrachten die zweite Art als Figenfchaf-ten von gleicher Natur. Aber beide, Philofophenund Laien halten wieder die'dritte Art für blofseWahrnehmungen ; und folglich für unterbrocheneund abhängige Wefen.

Nun ift cs klar, dafs Farben, Töne, Hitze,Kälte, was auch fonft unfre philofophifclie Meinungdarüber feyn mag, nach dem wie fie den Sinnen Vor-kommen, eben auf diefelbige Weile exiftiren, wieBewegung und Solidität und dafs der Unterfchied,den wir zwifchen ihnen in diefer Rückficht machen,nicht von der blofsen Vorftellung herrührt. DasVorurtheil für die unterfchiedene kontinuirlicheExiftenz der erftern Eigenfchaften ift fo grofs, dafsUngelehrte, wenn die neuern Philofophen die ent-gegengefetzte Meinung behaupten, fich ein bilden,fie könnten es durch ihr Gefühl und durch ihre Er-fahrung widerlegen und ihre Sinne widerfprä-chen einer folchen Philofophie. Es ift alfo offen-bar, dafs Farben, Töne u. f. w. urfpriinglich ebender Art find, als Schmerz, der von einer Verle-tzung oder Vergnügen, das von der Wärme ent-fteht; und dafs der Unterfchied zwifchen ihnenweder in der Wahrnehmung noch in der Vernunft,fondern lediglich in der Imagination feinen Grundhat. Denn da beide offenbar nichts als Wahrneh-mungen find, die von den befonclern Gehalten undBewegungen der Theile des Körpers herkommen,worinnen könnte da fonft ihr Unterfchied beftehen?Aus allem Bisherigen können wir alfo fcliliefsen,Elfter Band. Bb dafs