Von Erkenntnifs und Wahrfclieinliclikeit. 341
nur Eine Art der Urfachen hat, und dafs alfo dergewöhnliche Unterlchied der moralifchen undphyfifchen Nothwendigkeit in der Natur keinenGrund hat. Diefes erhellet deutlich aus der vor-hergehenden Erklärung der Nothwendigkeit. Diebeftändige Verbindung der Objekte nebft der Be-ftiinmung des Gemüths macht die phyfifche Noth-wendigkeit aus; und die Abwefenheit der phyfi-fchen Nothwendigkeit ift der Zufall. Da nundie Objekte allemal entweder verbunden feyn muf-fen, oder nicht, und da das Gemüth allemal ent-weder befJmmt feyn rnufs, von einem Objekte zumandern zu gehen, oder nicht, fo ift es unmöglich,noch ein Mittelding zwifchen dem Zufalle und derabfoluten Nothwendigkeit zuzulaffen. Die Schwä-chung cliefer Verbindung oder diefer Beftimmungändert die.Natur der Nothwendigkeit nicht; dennes giebt auch in der Wirkfamkeit der Körper ver-fchiedene Grade der Beftändigkeit und Stärke, oh-ne dafs dadurch eine verfchiedene Art diefes Ver-hältniffes hervorgebracht wurde.
Der Unterfchiecl, den wir oft zwifchen Kraftund Aeufserung der Kraft machen, iftebenfalls grundlos.
Drittens werden wir nun vollkommen imStande feyn, alle den Widerftreit zu bekämpfen,welchen gegen das vorhergehende Syftem zu unter-halten, fo natürlich ift, da wir uns bemüheten,vermittelft cleffelben zu beweifen, dafs die Noth-wendigkeit einer Urfache zu jedem Anfänge eines
wirk-