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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Place and Date of Creation
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286 Ueber die menfchli che Natur.

die Leidenfchaft vermehrt, wenn die Zahlen he«ftimmt und der Unterfchied merklich ift. DasGemiith kann es durch fein unmittelbares Gefühlwahrnehmen, dafs drei Guineen eine gröfsere Lei-denfchafL hervorbringen, als zwei; und cliefeswendet es auch wegen der Aehnlichkeit auf grö-fsere Zahlen an; und nach einer allgemeinen Re-gel weifet es taufend Guineen eine ftärltere Leiden-fchaft an, als neunhundert neun und neunzig. Lie-fe allgemeinen Regeln will ich noch erklären.

Aber aufser diefen zwei Arten der Walirfchein-liclikeit, welche von einer u n v o 11 k o m m n e nErfahrung und von entgegengefetzten Ur«fachen hergenommen find, giebt es noch eine drit-te, welche von der Analogie herrührt, die ineinigen wefentlichen Stücken von jenen beiden Ar-ten verfchieden ift. Nacl> der oben angenomme-nen Hypothefe beruhen alle Arten von Erkenntnif-fen der Urfachen oder Wirkungen auf zwei Stü-cken, nämlich der beftändigen Verknüpfung zweierObjekte in aller vergangenen Erfahrung, und derAehnlichkeit eines gegenwärtigen Dinges mit ei-nem von denfelben. Die Wirkung diefer zweiStücke iit, dafs das gegenwärtige Ding die Einbil-dung verftärkt und belebt; und die Aehnlichkeitnebft der beftändigen Vereinigung führt cliefe Stär-ke und Lebhaftigkeit zu dem damit im Verhältniffeftehenden Begriffe; und man fagtfodann, dafs wirdiefem Glauben oder Beifall beimeffen. Erwecktman nun die Vereinigung oder die Aehnlichkeit,

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