Von Erkenntnils und Wahrfcheinlichkeit. 277
Gemiith und auf den Verftand einerlei Einflufs ha-ben. Der Glaube, welcher mit der Wahrfchein-lichkeit verbunden ift, ift eine zufammengefetzteWirkung, und ift. aus der Konkurrenz verfchie-dener Wirkungen entftanden, welche von jedemTheile der V r ahrfcheinlichkeit herkommen. Danun jeder Theil der Wahrfcheinlichkeit zur Her-vorbringung des Glaubens etwas beiträgt, fo mufsjeder Theil der Möglichkeit denfelbigen Einflufs aufdie entgegengefetzte Seite haben; weil die Naturdiefer Theile ganz und gar diefelbe ift. Der Glau-be des Gegentheils, der mit der Möglichkeit ver-knüpft ift, fchliefst eben fo wohl die Vorftellungeines gewiffen Objekts ein, als diefes die Wahr-fcheinlichkeit auf der andern Seite thut. In die-fem Stücke find alfo beide Grade des Glaubens ein-ander gleich. Die einzige Art alfo, wie die grö-fsere Anzahl der gleichartigen Beftandtheile in demeinen feine Wirkung äufsern, und über die klei-nere Anzahl in dem andern die Oberhand erlangenkann, ift, dafs fie eine ftärkere und lebhaftere Er-wartung ihres Gegenftandes erzeugt. Jeder Theilgiebt eine befondere Vorftellung oder Anfchauungder künftigen Begebenheit, und.alle diefe Vorftel-lungen zufammengenommen bringen eine allgemei-ne Vorftellung hervor, deren Vollkommenheit undDeutlichkeit von der gröfsern oder kleinern Zahlder Urfachen und Gründe abhängt, von denen fieherrührt.
Da