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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
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204 lieber die menfchliche Natur.

theilt. Alle Operationen cler Seele hängen gro-fsentheils von der Stimmung ab, in welcher fie ift,wenn fie folclie bildet; und je nachdem die Le-bensgeifter mehr oder weniger erhöhet .find, dieAufmerkfamkeit mehr oder weniger gefpannt ift,clefto mehr oder weniger Lebhaftigkeit und Stärkewird die Geinüthshandlung haben. Wenn daherein Objekt vorgeftejlt wird, welches die Gedankenerhebt und belebt, fo wird auch jede Handlung,welche das. Gemiith vornimmt, fo lange, als diefeStimmung dauert, ftärker und lebhafter feyn. Nunhängt offenbar die Dauer cliefer Gemiithsftimmungvon den Objekten ab, mit welchen die Seele be-fchäftiget ift; und ein neues Objekt giebt natürlichdem Geifte auch eine neue Richtung, und ändertdie Dispofition oder Stimmung; fo wie im Gegen-theil, wenn das Gemiith beftändig bei einem undeben demfelbenyQbjekte bleibt, oder leicht und un-anerklich von einem Objekte zu andern damit ver-bundenen Gegenftänden geht, die Stimmung eineweit längere Dauer behält. Daher kömmt es nun,dafsj wenn das Gemiith einmal durch eine gegen-wärtige Impreffion in Leben gefetzt ift, es zu leb-haftem Begriffen von den damit verbundenen Ge-genftänden fchreitet, nach einer natürlichen Dis-pofition von dem einen zum andern iiberzugeheinDer Wechfel der Objekte gefchieht fo leicht, dafsihn die Seele kaum merkt, und fie ftellt fich hier-durch die Begriffe, welche mit jenem im Verhält*nilfe ftehen, mit eben der Stärke und Lebhaftigkeit

vor.