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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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203
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Von Erkenntnifs und Wahrfcheinlichkeit. 203

fuclit; dahingegen der erftere, der dem Zeugniffedes Schriftftellers keinen Glauben beimifst, eineweit fchwächere und dunklere Vorftellung von al-len dielen Dingen hat, und wenn man den Stilund die Schönheit der Zufammenfetzung und Er-findung wegnimmt, fo kann er wenig Unterhal-tung dabei finden.

Achter Abfchnitt.

Von

den Urfac.hen des Glaubens!

Nachdem ich nun auf cliefe Art die Natur desGlaubens erklärt, und gezeigt habe, dafs er in ei-nem lebhaften Begriffe beftelit, der auf eine gegen-wärtige Impreffion Beziehung hat; fo lafst uns jetzozur Unterfuchung der Gründe fchreiten, von wel-chen er herkömmt, und von welchen der Begriffdiefe Lebhaftigkeit erhält.

Ich möchte gern den Grundfatz als eine allge-meine Maxime in der Wiffenfchaft der menfchli-chen Natur feftfetzen, dafs, wenn eine Im«p.reffion uns als gegenwärtig vor«g e f t e 111 wird, d i e f e 1 b e dem Gemüthanicht nur folche Begriffe herbeiführt,die mit ihr im Ve r häl tniff e ftehen,fondern ihnen auch, einen T h e i 1 vonihrer Stärke und Lebhaftigkeit mit-theilt«