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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
151
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Von Erkenntnifs und Wahrfcheinlichkeit. 151

wären, dafs fie von der Phantafic gar nicht gefafstwerden könnten, fondern durch einen reinen undintellektuellen klick, deffen die ehern Seelenkräf-te allein fähig wären, begriffen werden mülsten.Dielelbe Sprache hört man in den mehreften Thei-len der Philofophie, und man macht vornehmlichGebrauch davon, wenn man die abftrakten Be-griffe erklären und zeigen will, wie wir z. E. einenBegriff von einem Dreieck formiren können, dasweder ein gleichfeitiges noch gleichfchenklichtes,noch fonft auf irgend eine beftimmte Gröfse oderProportion der Seiten eingefchränkt ift. Es iftleicht zu begreifen, warum die Philofophen fo vor*liebt in diefen Begriff gewiffer verfeinerter und gei-ftiger Vorftellungen find; denn fie können dadurchviele ihrer Ungereimtheiten bedecken, brauchenfich nicht der Entfcheidung klarer Begriffe zu iiber-laffen, indem fie fich immer auf folclie berufen, diexlunkel und ungewifs find. Aber um diefen ganzenKunftgriff zu zerftören, dürfen wir nur unfre Auf-merkfamkeit auf das fo oft angeführte Princip rich-ten, dafs alle unfre Begriffe Kopeienunfrer Impreffionen find. Denn hierauskönnen wir unmittelbar fchliefsen, dafs, da alleImpreffionen-klar und beftimmt find, die von ih-nen entlehnten Begriffe gleiche Befchaffenheit ha-ben, und dafs wir allein felbft fcliuld daran feynmuffen, wenn fo viel Finfteres und Verworrenesin denfelben angetroffen wird. Ein Begriff ift ver-möge feiner Natur freilich ichwächer und matter,

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