Von den Begriffen, V 35
.7. wifeilen der einen und der andern Art der Be*griffe. Doch hiervon mehr in der Folge *).
Noch ift ein andrer Unterfchied zwifchen die*fen zwei Arien der Begriffe, welcher nicht weni-ger einleuchtend ift, nämlich der: dafs, obgleichweder Geclächtnifs -, noch Imaginationsbegriffe inder Seele zum Vorfchein kommen können, wennihnen nicht vorhergegangene Impreflionen den Wegbereitet haben, dafs dennoch die Einbildung nichtan die Ordnung und Form der urfpriinglichen Im-,preffionen gebunden ift, da hingegen das Gedächt-nifs genau auf die benannte Ordnung eingefchränkfcift, ohne irgend eine Veränderung damit vorneh-men zu können.
Dafs das Gedächtnifs die urfprüngliclie Ord-nung beibehält, in weicher die Objekte yorgeftelltwaren, ift offenbar, und wenn wir fie bei der Erin-nerung an irgend etwas verfehlen, fo verräth diefesallemal einen Fehler oder eine Unvollkommenheit:diefes Vermögens. Ein Gefchichtfchreiber kannvielleicht, um der bequemem Darftellung willen,.,eine Begebenheit vor der andern erzählen, die ei-gentlich nach ihr gefcheheii ift; aber fodann mufser, wenn er genau feyn will, diefe Abweichungbemerken, und hierdurch dem Begriffe wiederumfeine gehörige Stelle anweifen. So ift es auch, rvennwir uns an diejenigen Oerter und Perfonen erin-nern, mit welchen wir vorher bekannt gewefen find.
C 2
*) Th. 3. Abfchn. 5.