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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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Ueb er die menfchliche Natur.

Anfehen entzieht, fondern auch felbft nicht einmalauf die Grenzen der Natur und der Wirklichkeiteingefchränkt ift. Ungeheuer zu bilden, Gehaltenund Erfoheinungen zufammen zu fügen, die garnicht zufammen paffen, koftet der Einbildungskraftnicht mehr Mühe, als die Abbildung der natürlich-sten und gemeinften Gegenftände. Und indeffen,dafs der Körper an einem Planeten gefeffelt ift, aufwelchem er mit Mühe und Befchwerliclikeit herum-kriecht; können uns die Gedanken in einem Au-genblicke in die entfernteften Gegenden des Welt-alls verhetzen; ja felbft über das Weltganze hinaus,in das grenzenlofe Chaos, wo man glaubt, dafs dieNatur in gänzlicher Verworrenheit liege. Was niegefehen, nie gehört worden ift, das läfst lieh dochdenken; und nichts überfteigt das Vermögen derDenkkraft, auffer was einen abfoluten Widerfpruchenthält.

Allein ob es gleich fcheint, dafs unfre Denk-kraft diefe bandenlofe Freiheit befitze, fo werdenwir doch bei näherer Priiftmg finden, dafs fie tvirk-lich in fehr enge Grenzen eingefchloffen ift, unddafs die ganze Schöpferkraft des Verftandes fiel»nicht weiter erftreckt, als bis auf das Zufammen-fetzen, das Verhetzen, das Vermehren oder Ver-mindern derer Materialien, welche Sinne und Er-fahrungen uns liefern. Denken wir einen goldnenBerg, fo fügen wir nur zwei übereinftijnmendeVorftellungen zufammen, mit denen wir,, einzelngenommen> fchon vorher bekannt waren. Ein tu-

gend-