# Ueber die menfchliche Natur»
Farben darzuftellen, leihen von der Dichtkunftund Beredtfamkeit alle Reize, und behandeln ih-ren Gegenftand auf eine leichte und fafsliche Weife,fo wie es feyn mufs, wenn die Sache der Einbil-dungskraft gefallen, und lieh Zuneigung erwerbenfoll. Diefe praktifchen Philofophen lammeln dieauffallendften Beobachtungen und Beifpiele aus demgemeinen Leben, undftellen entgegengefetzte Cha-raktere in einen gefchickten Contraft; fie fuchen.die Menfchen durch die Ausfichten auf Ruhm undGh'ickfeligkeit auf den Weg der Tugend zu locken,und leiten fodann durch gefunde Principien undgrofse Beifpiele die Schritte auf diefer Bahn weiter.Sie machen, dafs wir den Unterfchied zwifchenTugend und Lafter fühlen; fie erwecken undordnen unfre Empfindungen, und wenn fie durchdiefe Mittel nur unfre Herzen der Rechtfchaffen-heit und der wahren Ehre treu und geneigt ge-macht haben, fo glauben fie das Ziel aller ihrerArbeiten vollkommen erreicht zu haben.
Die andre Art der Weltweifen betrachtet denMenfchen mehr wie ein denkendes, als wie einhandelndes Wefen, und haben mehr die Ausbil-dung feines Verftandes, als die Verbefferung fei-ner Sitten zum Zweck. Sie fehen die menlchlicheNatur als einen Gegenftand der Spekulation an,und fuchen durch genaue Nachforfchung diejenigenGefetze aufzufinden, nach welchen der Verftandregiert und die Empfindungen erweckt werden,und welche die Gründe find, nach denen wir Ge-
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