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2 (1894) Die deutsche Kunst : Abschnitt 1 ; 1795-1848
Entstehung
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Bruder seines Lehrers, und Cornelius empfingen ihn mit Wohlwollen,letzterer zwar »wie gewöhnlich etwas kaiserlich, nahm sich aber Schwindsthätlich an.« Doch musste dieser sich auch in München seinen Unterhaltdurch Bücherillustrationen erwerben, bis es ihm gelang, einen Karton»David und Abigail«, welcher Cornelius’ Beifall gefunden, in Oel auszu-führen und für 275 Gulden zu verkaufen. Damit war das Eis gebrochen.Bald darauf (1832) erhielt er den Auftrag, sich an den dekorativen Ar-beiten im neuen »Königsbau« der Residenz mit der Ausmalung des Tieck-zimmers zu betheiligen, und nachdem er in Wien die Kartons dazu ge-zeichnet und einen viermonatlichen Aufenthalt in Rom genommen, welcherjedoch auf seine spezifisch deutsch-romantische Richtung keinen Einflussgewann, führte er seine Aufgabe im Jahre 1834 mit solchem Erfolgedurch, dass sich weitere Aufträge daran knüpften. Die Fertigkeitim Zeichnen, welche er sich bei der Ausführung seiner Brodarbeitenerworben, kam ihm jetzt zu Statten. Im Laufe weniger Jahre schuf erim Habsburgsaal der Residenz einen figurenreichen Fries, welcher durcheinen von Kindern gebildeten Festzug aller Stände die Bliithe des deut-schen Reiches unter Rudolf von Habsburg versinnlichte, dann über fünf-zig Entwürfe zu Wandmalereien aus der Edda, der deutschen Heldensage,aus Tassos befreitem Jerusalem u. s. w., die von anderen Händen imSchlosse zu Hohenschwangau ausgeführt wurden, zweiundvierzig Kompo-sitionen zu einem »Almanach von Radirungen«, der jedoch erst 1844erschien, eine Anzahl von Federzeichnungen und Aquarellen, unter denenbesonders »Ritter Kurts Brautfahrt« nach Goethe hervorzuheben ist,welche 1838 in Oel ausgeführt wurde (Kunsthalle zu Karlsruhe). Beieiner so vielseitigen Thätigkeit konnte es nicht ausbleiben, dass Schwinddie verschiedenen Gebiete und die verschiedenen Techniken nicht aus-einanderhielt. Die Noth des Lebens hatte ihn gezwungen, den Reichthumseiner Phantasie, seiner Empfindung und seines Humors frühzeitig in derkleinen Münze der Illustration auszugeben, und dadurch hatte sein künst-lerisches Schaffen in den entscheidenden Jahren seiner Entwicklung eineAbgrenzung erfahren, welche er nicht ungestraft überschreiten durfte.I'eder- und Bleistiftzeichnung, Radirung und Aquarell waren ihm diegeläufigsten Ausdrucksmittel, und daraus ergiebt sich schon, dass dasMonumentale ausserhalb seiner Begabung lag. Die Technik der Fresko-malerei, die in ihrer Wirkung der des Aquarells nahe kommt, hatte ersich nothdürftig zu eigen gemacht. Mit der Oelmalerei konnte er sichaber sein Lebenlang nicht befreunden, obwohl er eine beträchtliche Anzahlvon Oelbildern geschaffen hat, von denen die Galerie Schack allein vier-unddreissig besitzt. Im Grunde genommen herrscht in seinen Oelgemälden