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ähnliches Motiv, wie in der »Hunnenschlacht«, da hier über den für ihreFreiheit kämpfenden Hellenen die Schatten ihrer Heroen in den Wolkenerscheinen. Es kehrten aber auch die alte Phraseologie, die nichtssagendeSpielerei mit schönen, aber charakterlosen Formen und die Neigung zusinnlichen Wirkungen wieder, welche letztere dadurch erzielt werden,dass Kaulbach die Reize der mit ihrem Schiffe untergehenden Frauendes Xerxes in seiner faunischen Art enthüllt. Pecht erzählt, dass er nurselten »Studien für die einzelnen Theile, Köpfe, Hände und Ftisse, nackteKörper u. s. w.« zeichnete, weshalb seine Formenbehandlung etwasMonotones, auswendig Gelerntes hatte. »Selbst wenn er ein Modell be-nutzte, so zeichnete er selten eine Studie danach, sondern brachte es derZeitersparnis halber lieber gleich aufs Bild selbst und meist sehr ober-flächlich.« Zu seinen Tendenzbildern, welche die Leidenschaften derMenge aufreizten und scharfe Angriffe aus dem entgegengesetzten Lagerhervorriefen, gehört auch der 1870 entstandene »Peter Arbues«, welchenKaulbach voll Entrüstung über die Heiligsprechung des blutdürstigenKetzerrichters inmitten seiner barbarischen Thätigkeit darstellte. Wiejedes Tendenzbild hat auch dieses nur eine vorübergehende Wirkung aufeine kurze Zeit ausgeübt. Heute, nachdem der Zorn über jenes Ereignisverflogen und dieses selbst vergessen ist, vermag man sich den unge-heuren Erfolg jener Schöpfung kaum zu erklären. Für uns ist nur einebis zur Fratzenhaftigkeit gesteigerte Karrikatur übrig geblieben, die blosseinen ästhetischen Widerwillen, aber keinen moralischen erregt.
Die Geschichte ist mit einer unheimlichen Schnelligkeit über Kaul-bach hinweggegangen. Während er noch, als ihn am 7. April 1874plötzlich die Cholera hinwegraffte, auf der Höhe seines Weltruhmes stand,gehört er heute zu den vergessenen Grössen. Das in seinem Ateliererrichtete »Kaulbachmuseum« hat keinen Bestand gehabt, und die Ver-suche eines Kunsthändlers, durch eine Wanderausstellung seiner berühm-testen Werke, des »Nero«, der »Schlacht von Salamis«, des »heiligendeutschen Michels«, eines Erinnerungsblattes an den Krieg von 1870 und1871, und der vier Todtentanzbilder, den verblassten Ruhm des Meistersaufzufrischen und die öffentlichen Kunstsammlungen zum Ankauf diesermeist so maasslos gefeierten Arbeiten zu bewegen, sind missglückt.Kaulbach muss sich damit begnügen, bei Lebzeiten eine Stellung er-rungen und behauptet zu haben, wie sie bisher nur den Künstlern derklassischen Epoche, einem Tizian, einem Rubens, einem van Dyck, be-schieden gewesen war. Wenn er auch in den Mitteln, welche ihn zudiesem Ziele geführt, nicht wählerisch gewesen, wenn er auch krankhaftauf seinen Ruhm bedacht war und »das Nehmen im gemeinen Leben