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10 (1887) Vokabellernen - Zwingli
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3eflcr, (Eljr.

gu machen roiffen, würbe id) einen fyeibnifdj gefilmten tüdjtigen ©pradj» unb ©efcZidjtS=fetmcr wählen. $DaS ßljriftentutn will Äraft unb Seben, nidjt ftümperfjafte Irjalbljeit."

3eIIer, ber in bem Entwürfe beS iljm bamalS nodj unbefannten SSerfafferS benSenfer nidjt oerfannte, fünfte fid^ bod^ unbefriebigt burd[j bie Unbeftimmtljeit mandfjerSfuSbrüde (wie Sidjt unb Siebe) unb burdj eine gemiffe _3urü<f§attung bem wafjrljaftdjriftlidjen ©runbe gegenüber. „SBiffenfdjaftlidj gu bilbenben Jünglingen," fngt erbagegen, „ift bie gröfjefte 3Sertraulid)!eit mit bem SBorte ©otteS in ber 93ibel nötig,roeil bie alte unb neue flaffifdje Sitteratur fo uiel ©cZeinwafjreS, ©djeinguteS, ©dfjein=fd^öneS unb ©dfjeinZeiligeS enthält, baS man oZne ben SßaZrljeitSgeift, ber burdj bieißropZeten unb Slpoftel rebet, nid)t entlaroen unb als baS erlennen fann, roaS eS —ift. Imitat, ba mir fo oiele Jugenbleljrer auf Zöl)eren unb ^öd^ften ©djjulen Zaben,bie 93öfeS gut unb ©uteS bös Zeifien, bie auS Sidjt ^infterniS unb aus $infterniSSic^t macZen." Sie pfjilologifdjen Seljrer einer folgen l)öl;eren Sefjranftalt betreffenberflärt geller: ,,^3f»i[oIogen, tüdjtige ißl)iloIogen wünfdije id) ber Slnftalt aud), aberfoldfje, bie gang in etwas anberem leben, als im Slltertum. Senn leben fie gang imSlltertum, fo fteljen fie nid)t über bemfelben. ©in tüdjtiger iPZ^°f°9 e muff aberüber bem Slltertum fteljen, fonft oerfteljt er eS nic^t. Sarum fann idj aucZ nidjtanberS münfdjen, als bafs bie logen in einer cfiriftlicZen 2lnfta£t in ©Ijrifto leben,unb ©IjriftuS in iljnen; beim biefeS Seben begeiftert waljrfjaft unb erljebt über baS3eitlic)je, befangene, ©itle unb Sefd^ränfte; biefeS Seben ift baS Sidjt ber SJtenfd^en,in weldjem fie aucZ baS Sidjt erblicfen fönnen, unb oljne roeldZeS fie baS 9teidfj ©otteSunb feine ©ntwidelung, bie fjoc^fte 2lngelegenljeit beS SDienfcfjengefcfjlecijtS, nic^t gufe^en oermögen, unb wenn eS aucfj — oor iljnen fte^t. llnb eben weil baS ©Ijriften-tum Äraft unb Seben, lücljt ftümperl^afte ^albljeit will, fann man auclj feine ljeib=nifcZ gefinnten ©pracZ» unb ©efdfjicZtSfenner braudjen; benn bie Zaben weber Äraftnod) Seben, unb finb bie allerärgften ©tümper. Sen eingigen Vorteil geben foldjeZeibitifiZ gefinnten ^p^ifologen, baff fie feine ^eudjler unb nid)t lau, fonbern falt finb.Slber ein tüdjtiger ©efdfjicZtSfenner fann ein £eibe nid)t fein, ©in ^jeibe fann nic^teinmal feinen eigenen SebenSlauf oerftefjen; wie folfte er ein tüdZtiger ©efcZid[jtS=fenner fein mögen? Sarum feine ftümperljaften, unb gang unb gar feine fjeibnifdjeniPZilologen, fonbern triftige ^P^ilologcn, bie gange ©Zriften unb redjtwarme ©Zriften finb; bamit ift geholfen, 93or ben „erbaulidtjen SetracZtungen"folcZer ganger SOfänner Ijabe id) übrigens für meine ißerfon allen Sfefpeft; bie bauenwirflicZ unb gerftören nidjt."

®er im gangen gebilligten SBarnung oor Überfüllung mit religiöfem ©toff gegen=über nimmt er bod) für Sefen, ^öretr, 23etrad(jten unb ©rflären beS SßorteS ©otteSaucZ bie bagu nötige 3cit in 2fnfprucZ- „Sie ®inber unb Jünglinge müffen mitber 23ibel nocZ oiel inniger oertraut werben, als mit einem §omer ober Sicero; bieSfe|t aber fleißige unb täglid^e Übung oorauS." 9BaS bie geweiZte Stimmung betrifft,bie be SEBette für religiöfe Übungen notwenbig fd)ien, bemerft 3eder: „Sie ©rfaZrungZat micZ geleljft, bafj, wenn man aucZ nicZt immer mit ffikiZe gur Sibel ficZ oer=fammelie, man fe^r oft mit 3BeiZe unb großem ©egen auSeinanber gieng. Jdfj fjaltebaZer ben biblifcZen UnterricZt für fo nötig, als baS tägige SBrot, folglidjj täglidjnötig. Sludfj bie geiftige Äoft mufj, nadfj 33erfjältniS ber 3Trbeit, wie bie leiblidje,einfadZ, aber reicZlicZ fein."

©o will 3eder, ber 2lrmenfcZulmeifter, audj ben Slnftalten ber Zi>Z eren Stäubeben tiefften ©runb aller maljren Silbung gewaljrt wiffen; wie er iZn aucZ für bie■§odfjfdfjuIe nidZt preiSgugeben gebadete, möge ein ©a| aus einer Sufjerung über bief. 3. oielbefprocZene Slufljebung ber 33afeler Unioerfität begeugen. „SEBiffenfcZaft unb©eleZrfamfeit allein bauen unb fjeöen feine Unioerfität, fo wenig als ben ©taat unbbie $ircZe, fonbern lebenbiger ©laube, liebenbe Eingebung, bemütige Sreue, auS=Ijarrenbe ©ebulb mit grünblidjer ©eleZrfamfeit oerbunben, tZun eS. Sagegen fönnen