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10 (1887) Vokabellernen - Zwingli
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ücttotiljon.

gerne gieljen unb ^ßflangftätten ber Serebfamfeit grünben fonnte (nergl. Cic. Bru-tus § 32). ®af; !3fofratcg burcfj feinen Unterricht, gum Seit auch burdj bie noni^m nerfaften Schriften ein reicher SJlann rourbe unb alg fotcfjer auch gu toftfpietigenSeiftungen für ben Staat fidj in ben Stanb gefe|t fah, ift befannt. ®ie Angriffe,rDelcfje er non Slriftoteleg erfuhr (Cic. de oratore III. 35; nergl. Off. 1, 1), ftnb ljiereben nur gu ermähnen.

33on bem fünftlerifdjen SSerte unb ber politifdjen Sebeittung feiner ung nocherhaltenen 21 Sieben hot man non jeher feljr günftig geurteilt, fobalb man feine(Eigentümlichleit unbefangen aufgufaffen geneigt mar. SBefonberg bie granjofen habenerllärlidjer SGBeife bei ihrer Begabung unb Vorliebe für rljetorifch fd^öne ®arfteKungfeine Äunft gu fchäfjen nerftanben. *) ®er SBert feiner politifdjen 2lnfd;auungen tannin gweifel gezogen werben; aber gu leugnen ift hoch nicht, baff feine Sieben tiefe(Einblide in bie (Erregungen unb Stimmungen ber fjeit, auf bie er gu wirten fndjte,geftatten. (Eg wirb bieg aud) bei einer lurgcn gufammenftellung feiner päbagogifdjengbeen fid; erlennen taffen, mit benen er feinem geitgenoffen 3£enopl)on fo natje fommt.

Sludj ^sfofrateg weift bem Staate eine päbagogifche Slufgabe gu. Slicht bieSJlenge unb SJianigfaltigfeit ber ©efeije, fonbern bie lebenbige Sitte, nicht bag ein»engenbe Verbot, fonbern bie freie ®ugenb ift eg, woburch bag ©emeinwefen gebest.(Eg ift ein Irrtum, gu benfen, bah bie beften SJcänner ba fich bilben, wo bie ©efefcemit ber grölen ©enauigleit feftgeftellt finb, ba bei biefer Sinnahme ja gu erwartenwäre, bah alle kälter gleich S ut mürben, fobalb fie biefelben ©efe|e erhielten. Slberbie ®ugenb wirb nicht alfo geförberi, fonbern burch bie ©runbfä|e, welche bag täglicheSeben beftimmen; benn bie meiften bilben fich nac h ben Sitten, in benen fie auf»ergogen werben. Sie SSielheit unb ©enauigleit ber ©efetje ift eher ein 33emei§, baheg um ben Staat fdjledjjt fteht, ber fie alg ®ämme gegen bie 33ergef)ungen auffteUt.®ie rechten Bürger müffcn nicht bie fallen mit gefchriebenen ©efeijen füllen, fonbernba§ Siecht im bergen tragen. 2Ber fchledjt ergogen ift, wirb auch bie beften ©efe|egu übertreten wagen; wer aber in guter 3ucht aufgewadjfen ift, wirb auch bie ein-fachen Sa^ungen treu beobachten. ®arutn hat nun auch bie Staatgweigljeit nichtfowol barauf gu fehen, wie man bie Übertreter ber gefetslidjen Drbnung ftrafe, fonbernnielmehr auf SJlittel gu benlen, bah nicmanb eineg ftrafwürbigen SSergeheng fich f(h u ibigmache (Areopagit. 3942).

üöie aber Scenopljon im Staate ber Spartaner bag SBorbilb für alle Staat?»orbnung gefunben hat, fo lyfofrateg im Staate ber Slthener (Panegyr. 78, Panathen.144), beffen ältere ©efdjichte er freilich in etmag willfürlicher Sßeife ibealifirt, wie erbenn auch bei ^Betrachtung ber $eit beg Solon unb Äliftljeneg alleg im Ijellften 2idjteprangen fieht (Areopagit. 16 ff., Panathen. 130, 151, Antidos. 232). 3>m gangen

ift eg aber bie gemähigte, noch non ariftofratifd^ert (Elementen burdjgogene ®emofratie,für welche er fiel) erwärmt hat (nergl. Stofdjer, ®h u fybibeg 519 f.), unb in biefererfdfjeini ihm wiber ber Slreopag, biefe mit groben iBefugniffen auggeftattete Sluffidjtg»behörbe, alg eine nach allen Seiten woltljätig wirlenbe unb in befonberer Sßeife bie

*) Havet: Comme Isocrate a passe tous les orateurs clans leloquence dapparat il«st aussi le premier par le nombre, et cest toujours ä lui quon en rapporte lhonneur.Sa phrase rassemble dans la plus heureuse harmonie la magnificence du metre poetiqueet le mouvement libre et naturel du discours. Telle periode dIsocrate se faisait applau-dir comme de beaux vers, et se gravait de meme dans les memoires; mais ni les beauxvers, ni meme les belles periodes ne peuvent veritablement se traduire, et je ne puisquindiquer, en exemples de ces developpements le discours est comme une belle rivierequi coule ä pleins bords, le passage du Discours panegyrique qui embrasse la secondeguerre medique, morceau triomphant, qui eclipsa absolument, quand il parat, le Discoursfunebre, jusque- fameux, de Lysias. Ce sont des phrases dont les Atheniens seni-vraient, non pas seulement, comme disait Socrate, parce quils y etaient loues, mais parcequelles sont magnifiques.