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SBa^r^aftigfcit.
reicfj an einzelnen hierher gehörigen SluSfprüd^en,*) fonbem iljrer ©runbibee nacfj eine ja
f8erherrlidf)ung ber Sßaljrljaftigfeit. ©afj auch bei ©Ijalefpeare ber ©ebanfe ber 9Ba^r= ff*
^eit ein Seitftem ift, auf roeidfen ber ©ibfjter immer roiber jufteuert, l;at Äöftlin im I
üftorgenblatt (3al;tg. 1864, ©. 607 ff.) in einem lefengroerten äluff at; (betitelt©Ijalefpeare unb fandet) nacfjgeroiefen.
fftad; bem bisher ©efagten fann lein Sroeifel fein, &afj eg Don bw Ijöd^ftenSBid^tigfeit ift, bag Äinb aur 3Bat;rljaftigfeit ju ergießen. ©iefelbe ift aber nidjtblofj ein ^auptgiet ber ©raiehung, fonbem jugfeidp auch eine ber ©runbbebin» [
gungen, unter benen bie ©raiehung überhaupt nur gebeten fann, unb aroar in | ?
boppelter 23eäiefjung. ©rfteng muf bodj oor allem ber ©raiel;er ben Zögling genau |
fennen, roenn er Ijeitfam auf ihn einmirfen folt. ©elingt eg biefem, il;n irgenbroie *
über fit$ ju tauften, fo tappt er im ©unfein unb roenbet, roie ber 2Trgt, roeldjem
ber ißatient ein roid)tige§ ©rjmptom oerl;eimlid;t, in gutem ©tauben «Büttel an, bie t,
mehr fdjaben als Reifen, ^m ooHften -Blaffe gilt bieg, wenn ber Zögling ein fertiget ; |
£eud;ler ift, aber aud; jebe einzelne unentbedte Süge fd;afft ein Serfted in ber «Seele ; j
begfelben, in roelcljeg ber ©rgie^er nidjt einbringt. groeiteng aber ift 2BaI;rl;eitgliek j
für ben Zögling felbft bag befte ©dju^mittel gegen mancherlei ©iinbe. 9Jtan benfe f
jidh aroei tinber in äußerlich gleicher SSerfudjung etroag 93öfeg ju thun. ©em einenift bie Süge geläufig, bag anbere aber fcjjeut biefelbe unb benft: „roie aber, roenn ;
bu nachher gefragt roirft?" SBeldjjeg roirb fidlerer unterliegen? unb roenn beibe j
unterliegen follten, roeldljeg mit größerem ©chaben für feine ©eete? SBeldjeg roirbfid; am eljeften roiber aufricljten? ©iefe fd^ü^enbe ^raf± ^at in rtenrtenSroertem SfJla^e ifneben, ober oielmeljr mit ber 2Bal)rl;aftigfeit nur noch bie Siebe. $n biefen beiben »jift, roie ©cfjleiermacher fagt, bag ganae ©eheimnig ber ©raiehung befdjjloffen, unb bet kSlpoftel ©pjjef. 4, 15 mad;t bag Sßadjgtum au ©^rrftuS hinan non bem äh^d-duv IIiv äyÜTiT] abhängig. |3
^ebe pofitioe 33ebingung eineg ©egenftanbeg fann audh alg -Büttel au feiner 0^erftellung aufgefajjt unb benu^t roerben, alfo bie 2Bal;rhaftigfeit auch alg ©raiel)ungg= \mittel, ©er ©raieljer, bem eg gelingt, feinen gögling roahrheitgliebenb au erhalten, jmacht fich baburdfj bie ©raiehung überhaupt oiel leichter. ®ie SBahrljaftigfeit bientaber auch nodfj in einem anberen, roir mödhtetx fagen, höheren Sinne bem $roede affet©raiehung, infofern fie nämlich aud; aum «Streben nach 2SaI;rl)eit im eigenen ©enfen 1unb «Sein treibt (ogl. ©einl;arbt in ber oben angeführten ©djrift ©. 25 ff.). SBeteg fidh a um ©efe^e gemacht I;at, baff feine äöorte unb fjanblungen ftetg ein getreuerÜlugbrud ber 33eftimmungen feineg ©eifteg finb, ber roirb nicht blofj roie fdjon gefugtift, beftrebt fein, baff eg nidhtg llnlautereg ift, roag er ang Sicht au bringen f;at, alfonicht blofj aug einer 2lrt oon $urd;t beffer roerben, fonbem er roirb notroenbig and;auf bie gegenftänbliche SBaljrheit, bie Übereinftimmung feineg ©enfeng mit bem Seinber ©inge unb ebenfo bie Übereinftimmung beffen, roag er ift, mit bem, roag er infeiner Sphäre fein foll, einen gana anberen SBert legen, alg berjenige, ber bie erfannte jSBahrheit fo gering achtet, bah er fie verleugnet, ©er 2Bal)rl;aftige roirb aud; ben j
Irrtum unb bie Unaulänglid;feit mehr fürchten alg ber Sügner. ©iefe erhebenbe unb I
uerebelnbe $raft ber 2SahrI;aftigfeit fönnen roir in ben alltäglichen Sßerl;ältniffen unb ;
in ben ibealften ©ebieten beg menfdjlidjen ©eing an negatio unb pofitio beroeifenben I33eifpielen oerfolgen. 2ßer ©elegenl;eit gehabt hat, geroo[;nl;eigmäfjige Sügner au #« s j
hören, roirb roargenommen l;a&en, in roie erftaunlicijem ©rabe ihre fyäljigfeit, ben
*) @o BefonberS Slufg. 4, Stuftritt 1: j
SBefj, o roeh, ber Süge! Sie Befreiet nicht 5
SBie jebeg anbre roahr gefprochne SBort i
Sie S3ruft; fie macht ung nicht getroft, fie ängftetSen, ber fie heimtidj fhmiebet u. f. ro.