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10 (1887) Vokabellernen - Zwingli
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äBagtter.

fdfjüdfjternen, menfdjenfcljeuen ©pmnafiaften ein glüfjcnber ©ifer für bie SBiffenfcfjaft.Ser angeljenbe Jüngling trug fidfj mit großen, ehrgeizigen fßlänen, alg Sichter $lop=ftoef an bie ©eite gu treten unb eine SJlofaibe gu bid;ten: unb eg ift immerhin merf=roiirbig, bah bag leigte SBerf be§ ©reifet eineSidjterfcfjute" geroefen ift. 2ln Dftern1795 begog er bie llninerfität fyena, nadjbem er fiel) mit feiner nacfjfjerigen ©affinförmlich oerlobt hotte, ein ©dfjritt, ber nach affen ©eiten non il;m reiflich erraogenwarben mar: feine geliebte SJiutter hatte er fdfjon 1793 oertoren. !yn !3ena genojjer in aoffen Siigen Bie Befreiung aug engen SSerljättniffen,aug bem ögriptifdjenSienftljaufe", roie er fagte, aber feinegwegg etwa in ©efefffd^aft pofulierenber ©tubenten.

©r begann bag ©tubiurn ber fyurigprubeng mit eifrigen ptjilofopljifdjen Sßrioatfiubien,gunädbft ber SBerle $ a n t g. $ i <h t e nal)m ben jungen fffiann freunblid; auf unbftanb it)m mit fftat unb Seitung treulich bei, obgleich SBagner feine SSorlefungen nidfithörte unb nicht hören rooffte, big erÄant gang begriffen hätte", ©eine öfonomifcljeSage mar übrigeng eine feljr brüd'enbe, mit ©efudjen um ©tipenbien mar er in feinerSSaterftabt wiberljolt abgemiefen roorben. Ser ihm non fjjergen roolrooffenbe fßrof.

SB oltmann riet ihm baljer, nach ©öttingen gu gehen unb gu fuefjen, baff er in§epneg philologifcheg ©eminar aufgenommen werbe, roogu er ihm Empfehlungenmitgeben wolle. Sag gelang, gu Dftern 1796 fam er in ©öttingen an unb bliebanbertfjalb Saljre bafelbft, mit manigfaltigen, philologifchen, mathematifd;en, philo»fophifdjen, juribifi^en unb ftaatgwiffenfchaftli<hen ©tubien befdjjäftigt. ©r promooierteim 5juli 1797 in ber phi!ofophif<h en Süfultät, mit bem 33orfat5, fidp in ©öttingengu habilitieren, unb fdjrieb neben einem2Börterbudj ber platonifcljen iPhiMoph'c 1 'einen SRoman, Sorengo ©hiaramonti; eine jugenbliche ©ppeltoration, augenfcheirtlich .

unter ber ©inwirfung oon ©oetljeg SBertljer entftanben. Richte, mit welchem SBagner iin SBriefwechfel geblieben war, riet ihm, oorerft öffentlichen SSorlefungen unb ber ©dprift= :ftefferei gu entfagen, big er in fiel) gereifter geworben fei, unb machte ihm am ©nbe j

einen a3orfdf)lag, ber eg wol oerbient, bah wir ihn mit gacfjteg eigenen SBorten fennenlernen. @r fdjrieb am ©nbe Dftober 1797: ,,©ie hoben fid; mir nun gegeigt, eg |ift Shnen ©rnft um ^h re Gilbung. ©ie gaben ber SBaljrheit fftaum. ^h r ©horalteroerbient meine fpodljacljtung, unb ich nehme oon biefem 2lugenblid an ben gärtlidjftenSlnteil an fahren ©dfjidfalen. ©iner fpofmeifterfteffe hotten ©ie felber in ^l) rem »ca-' >

herigen Briefe gebad;t. Sen §auptoorteil beftimmen ©ie felbft feljr richtig: mit |

®inbern 3h re begriffe entwideln gu lernen unb auch wiber einmal im ©dljofs einerFamilie gu leben . . . llnb jeigt gu meinem SSorfcldage: SBenn ©ie nichtg 33efferegwiffen, fo fommen ©ie gu Dftern l. gerabe gu mir felbft. Sfftein $nabe*) wirbgwar bann erft 7 At $aljr alt, fein; um baljer bag SBefrembenbe biefeg Stntragg gumilbern, muh *<h 3h nen vorläufig einige meiner ©rgiehunggmapimen mitteilen. Söceine§auptregel ift, bah bag $inb beim erften ©rwachen feiner aSernunft gleich alg oölligoernünftig behanbelt werbe, baher unabläffig in oerftänbiger unb gefegter ©efefffdfjuftfei, bie fidfj mit ihm unterhalte, alg ob eg felbft oerftänbig fei. ©o wirb er eg.Sann, bah er guerft m 't Ber reellen SBelt belannt gemacht werbe, ehe er in bie trodenftealler $ei<henwelten, Bie Beg toten 53uchfta6eng, eingeführt werbe. Sann, bah erbiefe Sefanntfdfjaft auf bie eingige fruchtbare Sßeife mache, auf bie praftifche. -Stein$nabe foff oor affen Singen bie SBelt, bie ihn umgiebt, nach Seichen unb ©ebraudjlennen unb mit ben Singen affeg machen, wag fid; mit ihnen machen Iaht. Sie?©efchäft angufangen ift bag Äinb reif, fobalb eg geigen unb einige artifulierte Söne,

*) Slug biefem ßnaben würbe ber, wie mir foeben fein ©nlel mitteilt, ain 8. Sluguft 1879gu Stuttgart oerftorBene Sßrofeffor ber ißhilofophie Emmanuel Hermann gierte, ©r f)<Afeine§ Saterg fämtli^e SBerte unb Sriefwehfet h erau ?S e S e B en ' unb burch bie ©riinbung ber3eitfclirift für 5p§irofop>^ie unb fpefutatioe 5£^eologie, fowie burch eine Üteilje eigener SEBerfefi<h einen Ifocljgeacijteten 5iamen erworben, ©in malellofer ©baralter, ooll felbftoerläugnenberSBabi'beitgtiebe, war er ein echter Sohn feineg Saterg.