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10 (1887) Vokabellernen - Zwingli
Entstehung
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SBoIföfdiuIc.

waljrt eg bag ©egebene auf in berfelben ©eftalt, worin eg ifjm geboten wirb, unb-bodj überliefert eg anbernteils tuiberum ben @el;alt beg fo fixierten ©toffes ber all»gemeinen geiftigen ©rnäl;rungsmafje gut Verarbeitung, bem wenn man fo fagenbarf 331utumlauf ber ©ebanfen. ©in 23cwcig ol;ne greifet gegen ben fUlatcrialis»mug, infoferne alg ber pf;t)fifd;e Ülneignunggprogefj ber Verbauung bie bteibenbe 3er=ftörung ber gorrn, worin bie Haljrunggfioffe erfdjeinen, gur gblge l;at; für unfren^wedt aber ein fpinweig auf biejenige lEljätigfeit beg ©eifteg, weld;e bag in frühenQafiren bem ©ebädftnig Slnucrtraute aßmäl;lid; gu immer Weiterem Verftänbnig unbbewußtem ©igentum beg ©d;ülerg gu mad;cn imftanbe ift, unb eine Verul;igung fürfoldfe, benen eS um bie geiftige Vilbuttg ber Äinber bangt, weld;cn retigiöfer -memorier»ftoff gugemutet wirb, wäjjrenb fie bod^ gum Veifpiel bie 9Haffe non gufatnmenljangg»lofen Vofabeln niefjt freuen, weldje bei jebem ©rlcrnen einer fremben Sprache »er»langt werben tnufj.

Vom ©tanbpunlt einer nötigen if?fpcf;oiogie unb ÜDibaftif aug wirb man baljerben übertriebenen Veforgniffen, welche ber Vermeidung biefeg Untcrridjtgmittclg ent»gegcnftefyen, nidjt nadfjgeben biirfen, im ©egenteit £;at man bagfetbe gugleid; aud; nod;um ber iljm gutommenben gud;tmäfjigen SBirfung wißen gar fel;r anguerfennen. 3ft.eg bod^ eineg oon benjenigen, bei meld;en ber ©d;iiler lernen nt u ff, bei welchen erfiel) felbft bemufjt wirb unb anbern geigen fann, bafj er gelernt fjat; wobei gugleicljmit bem ©cbädßnig bie Sßißengfraft geftärft, bie ©elbftübcrwinbung geübt wirb,©ine nernünftige Veljanblung ift freilid; and; für biefeg $ad; wie für jebeg anberegu »erlangen; man barf niefjt unbarmljergig fein gegen bie ©d;mad)begabten, bieÄrän!lid;en, barf nid;t bie ©djtilcr mit grojjen 93iaffcn überbürben, and; beim SELUber»Ijolen nid;t; unb mand;e ©inwürfe, fo »iel Hot ber Äinber unb gorn ber @Iteritfaßen weg, wo bag tl;örid;te ^agen unb Sßreffett angcfidfjtg einer nal;cn ©djtdprüfungabgefteßt, wie cg benn »on ber gefunben ^tibagogif längft »erbammt ift. teilte 21rtbeg Serneng f;at ein ©ebeiljen, bei welcher eg an fyreubigteit fcl;lt; wo aber berSeEtrer eg »erftcljt, bem 9Jlüffcn eine greubigfeit gur ©eite gu fteßen, ba wirb aud;biefeg gnd; olpte befonbere Hot bewältigt, unb eine f^reube ift eg für ©d;iiler unb2el;rer wie für ben Sßifitator unb bie beugen &ei ber <©djjulprüfung, wenn g. 2t. über3ßaterien ber d;riftlic£)en ©laubeng» unb ©ittenlcfjre in einer gewiffen fpftcmatifdjenDrbnung gefragt werben fann unb bie Antworten in ©priid;en unb Sieberuerfen er»folgenb gugleid; ben fpred;enbftcn Veweig liefern, bafs nidjt blofj augwenbig gelernt,fonbern bas ©clcrnte aud; innerlidj angeeignet ift. 3 um Sdjlufj eine ©rfaljrungS»tfjatfad;e, weld;e gewifs »on »ielen Sunbigen beftätigt wirb: nidjt Ieid;t finbet maneine ©d;ule, mcld;e in aßem übrigen gut unb im ÜHemoricren fdjlcd;t beftänbe, wo!aber geigt fid; regelmäßig ber ©tanb im gangen ba gut, wo bas ^Honorieren alg einpünftliclj unb oerftänbig betriebenes Unterrid;tgfadj fid; f;erauSgefteßt l;at.

®ag ßrlcrnen religiöfen ©toffeg muf alfo für ein wefentlid;eg Unterrid;tsmittelin berVolfsfd;ule erflärt werben, infofern alg eg fdjon im allgemeinen gur ©eifteg»gudf;t bient unb weil eg gur religiöfen Vilbung einen bag gange 2eben nad;mirfcnbenVeitrag gemäljrt. ®ie religiöfe llnterweifung felbft aber bilbet, wie oben gefagt, benSRittelpunft ber ©cljularbeit, fo baß einer ©d;ule, we(d;e aug fonftigen ©rünben biefeg^adljeg entbehren muf, bag fperg fogttfagen aug bem Scibe gcfcfjnittcn ift. Hub gwarmeinen wir bie pofitioe Religion, benn bie ©rfinbung einer eigenen ©d;u!religion iftgwar fd;on l;ie unb ba, aber »ergebeng oerfudjt worben, unb biejenigen, wcldjje l;cut=gutage wiberum auf biefen ©ebanten guriidtommen, finb nid;t imftanbe, bcutlid; an»gugeben, worin eine foldje gu befteljen l;ätte. $ag »iel gebraud;te, »iel aud; mig»braud;te SBort:non scholae sed vitae finbet auf ben 91cligionguntcrrid^t feinebefonbere Slnwenbung, ja man möd;te audp nod; bcife^cnet morti, benn bie iBoIf'g»fd^ule ^at bei biefem ünterridjt für iljrer 2el;rlinge 2eben unb ©terben mitgtiforgcn.3ubem ift biefeg $ad[j ein folc^eg, bei beut bag 2crncn gu einer gewiffen SBoßftänbig»